Staatsoper Dresden: »GESICHTE«
Aus TdZ 8/1985
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Ein Abend von und mit Arila Siegert. Die Folge IV der Kammertanzabend-Reihe »Tänzerische Kontraste« im Dresdner Kleinen Haus.
Schöpferische Kreativität erfuhr und erlernte Siegert schon während des Studiums. Noch Studentin, schuf sie ihre erste Choreographie. Im Tanztheaterensemble der Komischen Oper Berlin empfing sie von den Arbeiten Tom Schillings wichtige Anregungen für eigene Schöpfungen, die sie als 1. Solistin im Dresdner Ballettensemble zahlreich und gedankentief zur Diskussion stellt: 1981 (»Prozeß«) und 1983 (»Lieder ohne Worte«) gewann jeweils den 1. Preis im nationalen Choreographenwettbewerb.
Sie betrachtet die »Verarbeitung der Tradition des deutschen Ausdruckstanzes und deren heutige Weiterführung« als große Aufgabe, der sie sich mit »GESICHTE« stellt. Unkonventionell und eigen.
Den Abend einleitend die »Fünf Präludien« von Marianne Vogelsang zu Musik aus J. S. Bachs »Wohltemperiertem Klavier«. Manfred Schnelle, der die Choreographie noch persönlich mit Marianne Vogelsang erarbeitet hatte, studierte sie Arila Siegert ein. Sie brachte mit ihren typischen weit ausholenden Schwüngen, knapp-präzisen Schritten und durch sich verändernde Haltungen die Seele der Musik bewegend nahe. Der sensibel reagierende Pianist Peter Jarchow war ihr souveräner Partner, auch in den nachfolgenden »Deutschen Liedern« (Brahms-Lieder aus
op. 94, 48, 72, 43) und den »Hellen Tänzen« (»Préludes op. 11 von Alexander Skrjabin).
Die »Deutschen Lieder«: Neben dem...
















