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TdZ+Bühnenbild und Forschung
Eine Ausstellung würdigt 100 Jahre Bühnenbildklasse an der Kunstakademie Düsseldorf
von Bettina Milz
Erschienen in: Theater der Zeit: Horror, das Unheimliche auf der Bühne (06/2026)
Assoziationen: Nordrhein-Westfalen Kostüm und Bühne

Mit der Ausstellung „100 Jahre Klasse Bühnenbild“ widmet die Akademie-Galerie – Die Neue Sammlung der Kunstakademie Düsseldorf einer der prägendsten Institutionen des deutschsprachigen Bühnenbilds eine umfassende Jubiläumsschau. Die von Lena Newton, derzeit Professorin der Klasse, gemeinsam mit Dr. Sascha Förster und Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch entwickelte Ausstellung versteht sich weniger als historische Rückschau denn als offenes Forschungs- und Archivprojekt. In sechs Räumen entfaltet sich ein dichtes Panorama aus Modellen, Skizzenbüchern, Fotos, Videos, Entwürfen und Archivmaterialien, das die Entwicklung der Klasse von den 1920er Jahren bis in die Gegenwart nachzeichnet.
Die Ausstellung versammelt dabei nicht allein prominente Namen, sondern macht vor allem die Vielstimmigkeit und Interdisziplinarität der Klasse sichtbar. Bühnenbild ist eine Schnittstelle von Raumkunst, Architektur, Skulptur, Kostüm, Film, Licht, Textil, Medienkunst und performativer Praxis. Gerade in einer Zeit, in der arbeitsteilige Produktionsstrukturen an Theatern zunehmend ökonomisiert werden, zeigt die Ausstellung die zentrale Bedeutung kollektiver künstlerischer Prozesse. Die enge Zusammenarbeit zwischen Werkstätten, Dramaturgie, Regie und Ausstattung, zwischen Kunst und Handwerk, ist eines der kostbarsten Güter an unseren großen Kultureinrichtungen.
Die Geschichte der Düsseldorfer Bühnenbildklasse ist eng mit zentralen Entwicklungen des europäischen Theaters verbunden. Was wäre Bertolt Brecht ohne Teo Otto, Christoph Marthaler oder Jossi Wieler ohne Anna Viebrock, René Pollesch...
















