Einsteigen bitte zum Autotheater! Ich erwische einen SEAT Cupra im schwarzen Leichenwagendesign. Ein erster prüfender Blick sagt: Zu nichts nutze außer zum Schnellfahren, der Tacho beginnt praktisch erst bei 160. Ein Paar Ski oder ein Fahrrad bekommt man hier jedenfalls nicht unter. Er ist einer von 18 Neuwagen, die im Kreis auf dem Dresdner Neumarkt warten. Die Verbindung nach draußen hält ein zusätzlicher Lautsprecher. Anzustecken an einen jener 18 weiteren Wagen, die nun einen zweiten Kreis bilden, hupend, fluchend, genervt, wie es sich im Stau gehört.
Denn von diesem sich weltweit bildenden Mega-Stau erzählt die Zentralgeschichte, vorgetragen von einem Podium im Mittelpunkt der konzentrischen Autokreise. Sie beginnt scheinbar harmlos in einer Zeit, „als unsere Autos immer klüger wurden“, ihr Tempo drosselten und schließlich stehen blieben, um zu grübeln. Aber die Insassen konnten nicht aussteigen, Mensch und Auto waren längst eine Symbiose eingegangen und voneinander abhängig. Wie es dazu kam, erzählen die Szenen und Geschichten der 19 Bürgerbühnenspieler im Außenkreis, die nervös jeweils ein paar Stationen weiterrücken. Ein durstiges Radler-Opfer im sportlichen Kampfanzug springt außerdem in den Lücken herum.
Es sei kein Stück für oder gegen das Auto, betont Bürgerbühnenleiter Tobias Rausch ungeachtet der mindestens mahnenden und skeptischen Tendenz. Mit dieser...