Magdeburg: »Legende von der Liebe«
Aus TdZ 8/1982
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Ballett in Magdeburg findet derzeit unter nicht idealen Bedingungen statt. Ein Großteil der Ensemblemitglieder zählt um die 40 Jahre, und das sieht man auch. Überdies wirkt nahezu das gesamte Ensemble unzureichend trainiert (Trainingsmeister-Vakanz!).
Die 1961 uraufgeführte, in der DDR häufig inszenierte »Legende von der Liebe« (Musik Arif Melikow) läuft in der Originalfassung (drei Akte) mit unwesentlichen musikalischen Strichen. Jedes der acht Bilder wird leitmotivisch mit einem auf Band eingesprochenen Zitat aus dem gleichnamigen Schauspiel N z m Hikmets eingeleitet. Pawlina Iwanowas Choreographie fußt auf der klassischen Technik, orientiert sich an türkisch-orientalischer Folklore und bezieht maßvoll pantomimische Mittel ein. Das Werk ist reich an Variationen für die Solisten und an schwierigen Pas de deux. Die originellen Hebungen und Posen ergeben sich nicht immer notwendig aus der Handlung, verlieren daher gelegentlich den Bezug zum jeweiligen Inhalt. Effektvoll inszeniert sind die Verfolgung des fliehenden Liebespaares, das wortwörtlich in den Kreis der Soldaten läuft, und die Prozession des tunikabekleideten Gefolges. Choreographisch besonders gelungen: der Herrscherin zerquälter Liebestraum. Von der im Programmheft erwähnten Zuneigung des Wesirs zu seiner Herrin konnte ich nichts bemerken. Extraballett, Tanzstudio und Statisterie wurden von der Choreographin geschickt »eingebaut«. Kniend blickt zum Schluß das vereinte Paar auf den bald wasserführenden Eisenberg...
















