Stück
TdZ+Ko-Präsenz und Zeugenschaft
Kevin Rittberger über sein Stück „Wunde Stadt“ im Gespräch mit Lina Wölfel
von Kevin Rittberger und Lina Wölfel
Assoziationen: Dramatik Sachsen-Anhalt Theater Magdeburg
Erschienen am 17.5.2026

Du schreibst mit „Wunde Stadt“ über den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt 2024, in unmittelbarer Zusammenarbeit mit dem Theater Magdeburg. Was war die Ausgangsprämisse?
Kevin Rittberger: Ich wollte so viel wie möglich vor Ort sein. Ich wusste, wie schwer diese Aufgabe ist – weil es sich um traumatisierte Menschen handelt, die Angehörige verloren haben oder selbst schwerwiegend unter die Räder gekommen sind, auch in dieser sogenannten zweiten Welle der Gewalt. Ich habe also damit angefangen, vor Ort Menschen zu treffen, mit ihnen zu sprechen und erst einmal aufzuschreiben, zu notieren, wie es ihnen geht.
Wie genau bist du da vorgegangen?
KR: Ich war alle vier bis sechs Wochen etwa zwei oder drei Tage vor Ort und habe versucht, Menschen wiederholt zu treffen. Ich bin direkt auf die Seelsorger:innen zugegangen, die sowohl die Notfallseelsorge in der Anschlagsnacht betreut und koordiniert haben, als auch im Lauf des Jahres immer dann auf den Plan traten, wenn sie gebraucht wurden: sei es, um tagtäglich für die Schwerstbetroffenen da zu sein oder um sogenannte Konfrontationsübungen zu machen, also Traumatisierte wieder an den Anschlagsort zu begleiten, oder wenn es darum ging, Treffen mit der Stadt zu organisieren. Ich habe auch Politiker:innen getroffen, Ärzt:innen, Religionsvertreter:innen, Ersthelfer:innen, Budenbesitzer:innen...
Erschienen am 17.5.2026

















