Ziemlich aufregendeuro-scene leipzig
Aus TdZ 1/1992
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Dieses neue »Theaterfestival europäischer Avantgarde« fand zum ersten, bestimmt nicht zum letzten Mal statt. Moderne, professionelle Gruppen waren in die stürmisch aufstrebende, teure sächsische Metropole Leipzig geladen, Theatergruppen, die Ungewöhnliches riskieren und deshalb im eigenen Land, auch international, im Gespräch sind. Da Berlin es nicht fertigbringt, die überregional weitbeachtete, traditionelle und gegen manchen DDR-Vorbehalt behauptete »Woche Gestisches Theater« im Prenzlauer Berg zu halten, initiiert Leipzig (Stadt, Schauspiel, Oper, Freistaat Sachsen, Stiftung Kulturfonds, EG-Kulturbühne Europa, unterstützt von Pro Helvetia Zürich, Region Marseille, Theaterverband Rußland, Ministerium für Kultur WVC Den Haag und weiteren) ein unkonventionelles Theatertreffen europäischen Ranges. Vom 14. bis 17. November stellten sich Gruppen vor, die körperbetontes, überwiegend nonverbales Theater – darunter viel moderner Tanz – boten: aus St. Petersburg, Lublin, Budapest, Dresden, Leipzig, Berlin, Zürich, Amsterdam, Marseille.
»euro-szene leipzig« orientiert sein Programm zu etwa gleichen Teilen aus Ost- und West-Europa und Deutschland. Matthias Renner und Ann-Elisabeth Wolff tragen die Hauptlast konzeptioneller und organisatorischer Verantwortung, für die der »Sächsische Verein zur Förderung des kulturellen Austauschs nationaler und internationaler Tanz- und Theatergruppen e. V.« zuständig ist. Weil das Festival publikumsorientiert ist, wurden bevorzugt Inszenierungen ohne gesprochenes Wort eingeladen. Der...
















