Theater der Zeit

Das Wichtigste der Woche

13. Juli bis 17 Juli 2026

Debatte um die Intedanz der Münchner Kammerspiele ++ Künstlerische Leitung am Theaterhaus Jena nicht verlängert ++ Leitung Theater Rampe verlängert ++ Neues Leistungsteam Theater Münster ++ Preise Bad Hersfelder Festspiele ++ Marina Abramović wird Mitglied im Orden Pour le Mérite ++ NV Bühne-Gagen steigen mit TV-L-Abschluss

Assoziationen: Performance Baden-Württemberg Nordrhein-Westfalen Thüringen Hessen Bayern Dossier: Tarife & Theater Azeret Koua Josef Bäcker Bastian Sistig Ilona Schaal Marina Abramovič Barbara Mundel Theater Rampe Theater Münster Theaterhaus Jena Münchner Kammerspiele Bad Hersfelder Festspiele

Anzeige

München: Mundel tritt 2028 nicht mehr zur Verlängerung an

Die Intendantin der Münchner Kammerspiele, Barbara Mundel, wird ihren Vertrag nicht über 2028 hinaus verlängern, wie das Haus in einer Presseaussendung dem Kulturausschuss des Münchner Stadtrats und den Mitarbeitenden des Theaters mitteilte. Hintergrund seien anhaltende öffentliche und politische Auseinandersetzungen über die Zukunft des Hauses.

In einer Stellungnahme erklärte Mundel, sie wolle mit dem Schritt Schaden vom Theater abwenden und zugleich für mehr Klarheit im Findungsprozess einer Nachfolge sorgen. Bis zum Ende ihrer Amtszeit wolle sie sich auf die kommende Jubiläumsspielzeit und ein erfolgreiches Finale der laufenden Intendanz konzentrieren.

Die Belegschaft der Münchner Kammerspiele hatte sich in der Debatte dazu im Vorfeld in einem offenen Brief an die Stadtspitze für eine Verlängerung der Intendanz von Barbara Mundel ausgesprochen. Darin verweisen die Unterzeichner:innen auf die künstlerische Qualität der Produktionen sowie das Profil der inklusiven Arbeit am Haus. Das Kulturreferat hält jedoch an einem Wechsel zur Spielzeit 2028 fest.

 

Jena: Künstlerische Leitung verlässt Theaterhaus nach Spielzeit 27/28

Die aktuelle Künstlerische Leitung des Theaterhauses JenaCéline Karow, Josef Bäcker, Daniele Szeredy und Lukas Pergande – wird das Haus nach vier Spielzeiten verlassen, wie das Haus mitteilte. Die Gesellschafter*innen haben entschieden, die Verträge nicht über diesen Zeitraum hinaus zu verlängern. Die Ausschreibung für eine Nachfolge soll im Oktober 2026 veröffentlicht werden.

Azeret Koua, die ebenfalls Teil der Künstlerischen Leitung ist, verlässt – wie bereits seit längerem bekannt ist – das Theaterhaus bereits zum Ende dieser Spielzeit.

 

Stuttgart: Leitungsteam des Theater Rampe bleibt bis 2033

Der Vertrag mit dem Leitungsduo des Theater Rampe, Ilona Schaal und Bastian Sistig, wird um fünf Jahre bis zum 31. Juli 2033 verlängert, wie nachtkritik.de berichtet. Das Produktionshaus für zeitgenössisches Theater in Stuttgart setzt damit weiterhin auf das seit der Spielzeit 2023/24 amtierende Team.

 

Münster: Neues künstlerisches Leitungsteam am Theater Münster vorgestellt

Neil Barry Moss, ab der Spielzeit 2027/28 neuer Generalintendant des Theater Münster, hat sein künftiges künstlerisches Leitungsteam präsentiert, wie das Haus in einer Presseaussendung bekanntgibt. Chefdramaturg für alle Sparten und stellvertretender Generalintendant in künstlerischen Fragen wird Dr. Daniel C. Schindler, Anne Verena Freybott übernimmt die Leitung des Schauspiels als Schauspieldirektorin, und Kevin O’Day wird neuer Tanzdirektor.

Die künftige Leitung des Jungen Theaters ist laut Mitteilung bereits bestimmt, kann aus verfahrensrechtlichen Gründen jedoch noch nicht öffentlich gemacht werden. Verwaltungsdirektor Dominik Baumann und Generalmusikdirektor Golo Berg bleiben in ihren Funktionen erhalten, in denen sie bereits unter Generalintendantin Katharina Kost-Tolmein tätig waren, deren Vertrag zum Ende der Spielzeit 2026/27 ausläuft.

Regisseur Neil Barry Moss, zuvor Intendant des Landestheaters Coburg, war am 25. März 2026 vom Rat der Stadt Münster zum neuen Generalintendanten gewählt worden. Gemeinsam mit Verwaltungsdirektor Dominik Baumann wird Moss künftig die Theaterleitung bilden.

 

Bad Hersfeld: Hersfeldpreise an Ensemble der Festspiele vergeben

Bei den Bad Hersfelder Festspielen sind zur Festivalmitte die traditionellen Hersfeldpreise an Mitglieder des Ensembles verliehen worden, wie nachtkritik.de berichtet. Den Hersfeldpreis 2026 erhielt Uriel Jung für seine vielseitigen Rollen, insbesondere in „Parzival“, während der Große Hersfeldpreis an Thieß Brammer in der Titelrolle ging.

Die Jury würdigte Jungs wandlungsfähiges Spiel sowie Brammers überzeugende Darstellung der Entwicklung Parzivals vom naiven Jüngling zum mitfühlenden Mann. Die Auszeichnungen werden seit 1962 von der Stadt Bad Hersfeld und der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine vergeben.

 

Berlin: Marina Abramović wird Mitglied im Orden Pour le Mérite

Die serbische Performancekünstlerin Marina Abramović wird als neues Mitglied in den Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste aufgenommen, wie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und der Orden mitteilten, berichtet unter anderem das Kunstmagazin Monopol.

Die offizielle Aufnahme der Künstlerin ist für Ende Mai 2027 bei einer Festveranstaltung im Konzerthaus Berlin vorgesehen. Ebenfalls neu in den Orden gewählt wurden der deutsche Künstler Anselm Kiefer, der österreichisch-schweizerische Wirtschaftswissenschaftler Ernst Fehr und die deutsche Rechtswissenschaftlerin Angelika Nußberger. Marina Abramović, 1946 in Belgrad geboren, gilt als eine der international bedeutendsten Vertreterinnen der Performancekunst; aktuell zeigt der Berliner Gropius Bau mit „Balkan Erotic Epic. The Exhibition“ eine große Schau ihres Werks, deren Bühnenfassung „Balkan Erotic Epic. The Stage Version“ ab Oktober 2026 im Haus der Berliner Festspiele zu sehen sein wird.

 

Berlin: NV Bühne-Gagen steigen mit TV-L-Abschluss

Der Deutsche Bühnenverein und die Bühnengewerkschaften GDBA, BFFS, VdO sowie die Deutsche Musik- und Orchestervereinigung unisono haben sich auf eine Anpassung des Normalvertrags (NV Bühne) an den Tarifvertrag der Länder (TV-L) und den Tarifvertrag Hessen (TV-H) geeinigt, wie der Bühnenverein mitteilt. Der Abschluss gilt für alle NV-Bühne-Beschäftigten, deren Arbeitgeber im Bereich Verwaltung und Technik den TV-L anwenden; für hessische Bühnen mit TV-H in Verwaltung und Technik greifen ebenfalls die TV-L-Regelungen.oeffentlichen-dienst+1

Konkret werden die allgemeinen Tariferhöhungen der Länder auf den Bühnenbereich übertragen: Die Gagen steigen rückwirkend zum 1. April 2026 um 2,8 Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro. Nach Angaben der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) erhöht sich damit die Einstiegsgage in diesem Bereich auf 3.175 Euro, die Mindestgage ab dem 3. Berufsjahr liegt künftig bei 3.385 Euro. Zum 1. März 2027 steigen alle Gagen um weitere 2 Prozent, zum 1. Januar 2028 folgt ein weiterer Schritt um 1 Prozent, entsprechend dem jüngsten TV-L-Abschluss mit insgesamt 5,8 Prozent Erhöhung in drei Stufen. Zudem wurde eine Verhandlungsklausel vereinbart, die erneute Gespräche ermöglicht, falls die Theaterbetriebszulage angehoben wird; dies ist insbesondere für Hessen relevant, wo diese Zulage ab Oktober um 37 Euro steigt.

 

Abonnieren Sie „Das Wichtigste vom Tag“ als Podcast.

 

Redaktionsschluss: 15:00 Uhr

Erschienen am 17.7.2026

teilen:

Assoziationen

Neuerscheinungen im Verlag

Theater der Zeit Cover Juni 2026
Theater der Zeit Cover Mai 2026 – Florentina Holzinger

Anzeige