Das Wichtigste der Woche
Freitag, 06. Februar 2026
Die Wichtigsten Meldungen der Woche zum Wochenende kompakt zusammengefasst.
Assoziationen: Sachsen Berlin Bayern Musiktheater Peter Handke Elfriede Jelinek Tankred Dorst Yvonne Büdenhölzer Milo Rau Jens-Daniel Herzog Wiener Festwochen Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Oper Leipzig ETA Hoffmann Theater Staatstheater Nürnberg

Personalien/ Kulturpolitik
Washington: Trump lässt Kennedy Center für Umbau schließen
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, das John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington für zwei Jahre vollständig zu schließen, um einen umfassenden Umbau zu ermöglichen, wie u. a. der Spiegel berichtet. Die laufenden Veranstaltungen des Kulturzentrums würden die Bau- und Renovierungsarbeiten behindern und verlangsamen, begründete Trump die Maßnahme.
Nötig sei für die Schließung noch die Zustimmung des Direktoriums, dessen Mitglieder von Trump ausgewählt wurden und das er selbst leitet. Der Präsident hatte die Übernahme des Hauses vor rund einem Jahr mit einer angeblichen Linkslastigkeit der Kultureinrichtung begründet, das Zentrum in „Trump Kennedy Center“ umbenannt und aus seiner Sicht „patriotische Programme“ angeordnet, woraufhin zahlreiche Künstler in den vergangenen Monaten ihre Auftritte absagten; zuletzt strich Komponist Philip Glass die Premiere einer Sinfonie.
Nürnberg: Jens-Daniel Herzog verlängert Intendanz bis 2036
Die Stiftung Staatstheater Nürnberg hat den Vertrag mit Intendant Jens-Daniel Herzog um weitere fünf Jahre bis 2036 verlängert, wie das Staatstheater in einer Pressemitteilung bekanntgibt. Eine zentrale Aufgabe Herzogs in der kommenden Dekade sei es, die neue Spielstätte des Staatstheaters in der Nürnberger Kongresshalle programmatisch zu profilieren.
Bayerns Wissenschafts- und Kunstminister Markus Blume würdigt Herzog als „versierten Team-Player“, der es verstehe, außergewöhnliche Talente ans Staatstheater Nürnberg zu holen wie Joana Mallwitz, Richard Siegal und den künftigen Generalmusikdirektor Killian Farrell. Herzog ist seit der Spielzeit 2018/19 Intendant des Hauses; sein Vertrag war bereits zuvor einmal bis 2031 verlängert worden.
Bamberg: Gewinnerinnen und Gewinner des Dorst-Ehler-Werkstattfestivals stehen fest
Das ETA Hoffmann Theater Bamberg hat die drei Gewinnerstücke des erstmals stattfindenden Dorst-Ehler-Werkstattfestivals für Nachwuchs-Dramatik bekannt gegeben, wie das Theater mitteilte. Mit dem Festival würdigt das Theater das über Jahrzehnte gemeinsam arbeitende Autorenduo Tankred Dorst und Ursula Ehler.
Aus 98 Einsendungen wählte die Jury (Yvonne Büdenhölzer, Leiterin des Suhrkamp Theater Verlags, Antonia Leitgeb-Busche, Chefdramaturgin am ETA Hoffmann Theater Bamberg, sowie Lea Mantel, Dramaturgin am ETA Hoffmann Theater Bamberg) „Mädele“ von Nika Matteo Hauger, „Beachtenswertes im Gesellschaftsbecken. Ein Tutorial“ von Marie-Christin Janssen und „Asa und Mo // Platzwunden“ von Lili Roesing als Gewinnerstücke aus. Die Autor*innen werden im April 2026 mit dem Dorst-Ehler-Preis ausgezeichnet, der mit insgesamt 5.000 Euro dotiert ist. Das Festival findet vom 23. bis 26. April 2026 in Bamberg statt.
Brüssel: Milo Rau fordert EU-Gesetz zur künstlerischen Freiheit
Beim Round Table der European Festivals Association (EFA) mit EU-Kommissar Glenn Micallef in Brüssel hat Milo Rau, Intendant der Wiener Festwochen und Vertreter des Netzwerks RESISTANCE NOW TOGETHER, die Europäische Kommission zur Einführung eines Europäischen Gesetzes zur künstlerischen Freiheit (European Artistic Freedom Act, EAFA) aufgerufen, wie die Wiener Festwochen mitteilten.
Das geplante Gesetz soll künstlerische Freiheit und institutionelle Autonomie im Kulturbereich rechtlich absichern. RESISTANCE NOW TOGETHER arbeitet derzeit an einem konkreten Entwurf, der im Frühjahr 2026 vorgestellt werden soll. Ziel des EAFA ist es, Kunstschaffenden und Institutionen die freie Arbeit ohne politische Einflussnahme zu garantieren und den Zugang der Bürger:innen zu unabhängigen kulturellen Inhalten in Europa zu sichern.
Dresden: Farbwerk gründet inklusives Tanz- und Schauspielensemble
Der Dresdner Verein Farbwerk e.V. baut das erste professionelle inklusive Tanz- und Schauspielensemble Sachsens auf, in dem Künstlerinnen und Künstler mit und ohne Behinderung gemeinsam auf der Bühne stehen, wie der MDR berichtet. Damit werden feste Kulturarbeitsplätze für Menschen mit Lernschwierigkeiten geschaffen – ein Modell, das es in dieser Form im Freistaat bislang nicht gibt.
Das Ensemble umfasst derzeit sechs bis sieben Darstellerinnen und Darsteller und soll bis Herbst auf rund zwölf Personen anwachsen. Trotz wachsender Nachfrage und Kooperationen mit Häusern wie dem Societaetstheater und dem Festspielhaus Hellerau ist die Finanzierung noch unsicher, da der Verein auf befristete Förderungen und Spenden angewiesen ist.
Dresden: Lisa Astrid Mayer übernimmt Leitung von TU-Theater „Die Bühne“
Lisa Astrid Mayer übernimmt die Leitung des Theaters der Technischen Universität Dresden „Die Bühne“. Sie folgt damit auf Max Schumacher, der das Haus zuvor von 2019 bis Ende 2024 hatte.
Mayer bringt Erfahrungen als Regisseurin und Musiktheaterdramaturgin mit, unter anderem vom Deutschen Nationaltheater Weimar, und studiert Regie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Mit der neuen Leitung verbindet die TU Dresden die Erwartung, das Hochschultheater als künstlerischen und studentischen Ort weiter zu profilieren und stärker in die Stadtgesellschaft auszustrahlen.
Wien: Österreichische Nobelpreisträger gegen Kürzung des Lateinunterrichts
In Österreich regt sich prominenter Widerstand gegen Pläne von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos), zugunsten von Medienkompetenz und Künstlicher Intelligenz die Lateinstunden zu kürzen, berichtet Deutschlandfunk Kultur. Zahlreiche Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Kultur warnen in einer Petition vor einer Marginalisierung der sogenannten „toten“ Sprache.
Zu den Unterstützern zählen unter anderem Ex-Bundespräsident Heinz Fischer, der Autor Michael Köhlmeier sowie die Nobelpreisträger Elfriede Jelinek und Peter Handke (Literatur) und Anton Zeilinger (Physik). In einem offenen Brief an den Minister betonen sie, Latein sei kein reiner Sprachunterricht, sondern Teil des kulturellen Erbes und der kulturellen Identität, bilde eine Basis für das Denken und müsse – ebenso wie Altgriechisch – uneingeschränkt weitergeführt werden.
Musiktheater
Leipzig: Oper warnt vor drohender Zahlungsunfähigkeit ab 2028
Die Oper Leipzig rechnet laut einem Nachtrags-Wirtschaftsplan ab 2028 mit fehlender Liquidität und warnt vor der Gefahr, den geregelten Betrieb nicht mehr aufrechterhalten zu können. Das berichtet MDR Kultur am 30. Januar. Bereits 2025 sei ein Verlust von 2,3 Millionen Euro angefallen, für die kommenden Jahre werden jährliche Fehlbeträge von rund drei Millionen Euro erwartet.
Als Hauptursachen nennt der Bericht steigende Kosten für Energie, Material, Dienstleistungen und das Gewandhausorchester sowie eine unzureichende Auslastung mit aktuell kalkulierten 57 Prozent bei Oper, 68 Prozent im Ballett und 80 Prozent in der Musikalischen Komödie. Oberbürgermeister Burkhard Jung fordert Soforthilfen von Bund und Ländern zur Stabilisierung der kommunalen Kulturfinanzierung.
New York: Metropolitan Opera in schwerer Finanzkrise – Chagall-Gemälde zum Verkauf
Die Metropolitan Opera in New York steckt in einer tiefen Finanzkrise, wie BR-Klassik und weitere Medien berichten. Ein angedachter Deal mit Saudi-Arabien zur Stabilisierung der Finanzen wackelt, weshalb Intendant Peter Gelb drastische Sparmaßnahmen ergreifen muss. Nun stehen sogar die berühmten Wandgemälde von Marc Chagall im Foyer des Opernhauses zum Verkauf. Die chronische Unterfinanzierung seit der Corona-Pandemie hat die Institution an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht.
Nachruf/ Abschied
Berlin: Regisseur und Intendant Georg Immelmann gestorben
Der Theaterregisseur und frühere Intendant Georg Immelmann ist am 12. Januar im Alter von 90 Jahren gestorben, wie die Redaktion aus Familienkreisen erfuhr.
Immelmann, 1935 in Berlin geboren, studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie. Er leitete in dieser Zeit die Studierendenbühne des theaterwissenschaftlichen Instituts der FU. Ab 1957 arbeitete er zunächst als Regieassistent, dann als Regisseur und Dramaturg an der Landesbühne Hannover, anschließend als Chefdramaturg und Regisseur an den Bühnen der Hansestadt Lübeck und als Oberspielleiter am Stadttheater Aachen.
Von 1979 bis 1994 war Georg Immelmann Intendant der Landesbühne Wilhelmshaven und 1991/92 sowie 1998 bis 2003 Intendant der Gandersheimer Domfestspiele. Seit 2003 unterrichtet er an der Theaterschule Aachen und inszenierte an verschiedenen Theatern in u. a. Bamberg, Dresden, Hamburg, Hannover, Stendal. In Bad Gandersheim gründete und leitete er die Musical Academy, eine Weiterbildungsmaßnahme für Musicaldarsteller*innen. Insgesamt verantwortete er mehr als 100 Inszenierungen.
Berlin: Ehemaliger Kultursenator Peter Radunski verstorben
Der frühere Berliner Wissenschafts- und Kultursenator sowie CDU-Bundesgeschäftsführer Peter Radunski ist im Alter von 86 Jahren in Berlin gestorben, wie u. a. der Tagesspiegel meldet. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, würdigte ihn als einen der „klügsten Köpfe“ der Stadt. Radunski habe als Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur insbesondere die Entwicklung der Berliner Kulturlandschaft in den 1990er-Jahren nach dem Mauerfall geprägt.
Peter Radunski, 1939 in Berlin geboren, leitete in der CDU er ab 1973 die Öffentlichkeitsarbeit, organisierte mehrere Bundes- und Europawahlkämpfe und wurde 1981 CDU-Bundesgeschäftsführer. Ab 1991 war er Senator in Berlin, zunächst für Bundes- und Europaangelegenheiten, später (1996–1999) für Wissenschaft, Forschung und Kultur; nach seinem gesundheitsbedingten Rücktritt gehörte er bis 2001 dem Berliner Abgeordnetenhaus an.
Außerdem wurden diese Woche die nominierten Inszenierungen des 13. Sächsischen Theatertreffens sowie der 40. Bayerischen Theatertagen bekanntgegeben. Alle Meldungen der Woche finden Sie auf www.tdz.de/news.
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Redaktionsschluss: 15:30 Uhr
Erschienen am 6.2.2026









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