Adrienn Hód, seit wann betrachten Sie sich selbst als Choreografin?
Praktisch seit der Zeit, als ich mit dem Tanzen aufgehört habe, also ungefähr ab meinem dreißigsten Lebensjahr. Ab da betrachtete ich schon von außen, was die anderen tun. Ich tanzte nicht mehr vor, sondern bewegte die Tänzer mit Worten und anderen Praktiken.
Sie arbeiten nicht nur als Choreografin, sondern auch als Tanzpädagogin. Sie unterrichten regelmäßig an der Budapester Zeitgenössischen Tanzhochschule, und auch Ihre Gruppe Hodworks hat ein pädagogisches Programm, womit Sie durch das Land touren. Wie unterrichtet man heutzutage Tanz?
Mein Trick ist, dass ich nicht die Rolle der Pädagogin einnehme, sondern versuche, direkt zu sein. Damit die Schüler sehen, dass ich den Mut habe, alles zu machen; ich bin frei, sowohl emotional als auch gedanklich, physisch und verbal. Das befreit sie sehr. Sie öffnen sich viel leichter, wenn ich auch ein bisschen schräg bin. Die Arbeit mit meiner Gruppe färbt oft auf den Unterricht ab und umgekehrt. Es gibt eine Wechselwirkung, eine Rückkopplung zwischen den beiden Dingen. Oft bringe ich Aufgaben von der Arbeit mit meiner Truppe zum Unterricht mit. Es interessiert mich, wie die Kinder auf diese Fragestellungen reagieren und welche Antworten sie darauf geben.
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