Theater der Zeit

Recherchen 178

Theater in der Pandemie

Neuformatierung, Transformation, Legitimation

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Assoziationen: Dossier: Corona Angelika Endres Theater Basel

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Vorwort und Dank

Meine Dissertation ist im Rahmen der DFG-Forschungsgruppe Krisengefüge der Künste – Institutionelle Transformationsdynamiken in den darstellenden Künsten der Gegenwart (FOR 2734) entstanden. Von 2021 bis 2024 durfte ich Teil des interdisziplinären Forschungsverbunds sein und meine Promotion im Teilprojekt 4 Outside the Box: Ästhetische Neu-Formatierung an öffentlich getragenen Theatern im Anschluss an die pandemiebedingten Schließungen 2020 in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz am Institut für Theaterwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München vorbereiten. Ich möchte mich bei einigen Personen, die mich während der Promotionsphase begleitet haben, bedanken. An erster Stelle gilt dieser Dank Bianca Michaels, die als Teilprojektleiterin meine Forschungsarbeit sowie die Entstehung meiner Dissertation in vielfältiger Weise tatkräftig unterstützt und als Erstbetreuerin wissenschaftlich begleitet hat. Mein herzlicher Dank gilt außerdem Meike Wagner für …

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    1. Neue und neu kontextualisierte Formate: Was kann Theater alles (sein)?

    Angelika Endres beleuchtet anhand von White Rabbit, Red Rabbit und #vorstellungsänderung, wie Theater während der Pandemie neue Formate entwickelte. Ihre Dissertation untersucht institutionelle Transformationsprozesse am Theater seit Covid-19 anhand eines siebenphasigen Pandemieverlaufs.

    Theater blieben zwar zeitweise geschlossen oder stark eingeschränkt, zeigten aber dennoch eine enorm hohe Aktivität und brachten ebenso zahlreiche wie diverse Programmangebote hervor. Viele dieser Angebote, die durch bzw. seit der Pandemie am Theater entwickelt wurden, stellen bisherige Paradigmen infrage.

    Angelika Endres

    von Angelika Endres

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Theoretischer Teil

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    2. Grundlegende Begriffe für eine ­Format­forschung aus theaterwissenschaftlicher ­Perspektive

    2.1 Format und Formatierung

    Angelika Endres entwickelt einen theaterwissenschaftlichen Formatbegriff auf Basis medien- und informatikwissenschaftlicher Vorarbeiten sowie Stempels Theorie. Sie unterscheidet drei Dimensionen von Theaterformaten: inhaltlich, institutionell und prozesshaft, als Untersuchungskategorie für Transformationsprozesse.

    Formate bestimmen die ästhetischen Qualitäten von Medien ebenso entscheidend mit wie praktische, wirtschaftliche und juristische Aspekte ihrer Produktion, Distribution und Rezeption.

    Axel Volmar

    von Angelika Endres

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    3. Sozialwissenschaftliche Konzepte zum ­Theater als Organisation und Institution

    3.1 Die Institution und ihre Funktionen für Gesellschaft und Individuum

    Die Autorin untersucht Theater sozialwissenschaftlich und unterscheidet Institution und Organisation. Sie stützt sich auf Neoinstitutionalismus, Giddens’ Dualität von Struktur sowie North, um institutionellen Wandel anhand der Programmgestaltung öffentlicher Theater zu analysieren.

    Institutionen beeinflussen demnach nicht nur das Handeln der Einzelnen, sie ermöglichen individuelles Handeln und Innovation. Strukturen sind also »immer zugleich Medium und Ergebnis sozialen Handelns«.

    Angelika Endres

    von Angelika Endres

Empirischer Teil 1 – Deskriptive Analyse

  • Anteile der Formatkategorien an der Gesamterhebung in Deutschland.
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    4. Programmgestaltung im Ausnahmezustand – eine Bestandsaufnahme

    4.1 Die Angebotsanalyse – eine standardisierte Beobachtung zur Formatforschung

    Angelika Endres stellt ihre empirische Angebotsanalyse vor: ein Kategoriensystem zur Erfassung von Programmformaten deutscher, Schweizer und englischer Theater seit März 2020. Erhoben werden Merkmale wie Beteiligungsgrad (rezeptiv, interaktiv, partizipativ), Ort, Präsentationsmodus und Zugänglichkeit.

    Denn gerade anhand der randständigeren Programmangebote zeigt sich, wie Theater ihre Programme diversifizieren. Sie verdeutlichen darüber hinaus, inwiefern sich das Spektrum von medialen, künstlerischen bis hin zu sozialen, gesellschaftspolitischen und legitimatorischen Angeboten erweitert – und damit veranschaulichen sie, wie neu ausgelotet und definiert wird, was Theater alles sein kann.

    Angelika Endres

    von Angelika Endres

    Foto: Angelika Endres

Empirischer Teil 2 – Explorative Analyseebene

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    5. Neuformatierung und Zielsetzungen im ­Kontext der Pandemie

    5.1 Qualitative Befragungen zur Untersuchung von Narrativen

    Angelika Endres erläutert methodisch ihre 33 Expert:innen-Interviews (Deutschland, Schweiz, England) mit Theaterschaffenden zur pandemiebedingten Programmneuformatierung. Sie beschreibt Leitfaden, Interviewsituation, Forschungstagebuch sowie die qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz zur Auswertung.

    von Angelika Endres

  • Veranstaltungs- und Besuchszahlen im Verlauf
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    6. Neuformatierung, Selbstverständnis und Transformation

    6.1 Selbstverständnis der Theater im Kontext der Cultural Governance

    Die Autorin untersucht anhand der Cultural-Governance-Perspektive, wie kulturpolitische Rahmenbedingungen das Selbstverständnis deutscher Theater prägen. Im Ländervergleich mit England und der Schweiz konturiert sie deutsche Grundprinzipien: Dezentralität, Subsidiarität, Pluralität und den fehlenden Status als Staatsziel Kultur.

    Diese [Steuerungsmodelle] folgen nun keineswegs nur formalen Kriterien, sondern transportieren immer schon Inhalte, die die Theater organisatorisch und inhaltlich umsetzen sollen. Wenn dies der Fall ist, betreffen die Steuerungsmodelle immer auch die Werte und die Legitimationsbasis der Institution Theater.

    Gerald Siegmund

    von Angelika Endres

    Foto: Quelle: Deutscher Bühnenverein

Fazit

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    7. (Neue) Legitimationsmythen – oder: Was kann/will/soll Theater alles sein?

    7.1 Theater als Gemeinschaft und als Dritter Ort

    Angelika Endres untersucht, wie Theater angesichts von Legitimationsdruck neue gesellschaftliche Selbstverständnisse entwickeln. Sie beschreibt drei umgeschriebene Legitimationsmythen, darunter Theater als Gemeinschaftsbildner, und verortet dies im Kontext von Applied Theatre, Partizipation und Dritten Orten nach Oldenburg.

    von Angelika Endres

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    8. Abschließende Gedanken zur ­Neuformatierung am Theater und in der ­Theaterwissenschaft

    Angelika Endres zieht Bilanz ihrer Untersuchung zur Neuformatierung des Theaters seit Covid-19 und erweitert den Curatorial Turn um den von ihr geprägten Reformatting Turn, der Formatierungsprozesse als Indikator institutioneller Transformation und neuer Kommunikation zwischen Theater und Gesellschaft beschreibt.

    Mit dem Begriff Reformatting Turn hebe ich die Diversifizierung der Formate sowie das Konzept der Formatierung hervor. Den Paradigmenwechsel, der durch kuratorische Denk- und Arbeitsweisen angestoßen wurde, erweitere ich damit um das Denken in Formaten: Da Formate der Kommunikation zwischen Theater und Publikum bzw. Öffentlichkeit dienen und somit Kommunikation ermöglichen, gestalten Formatierungsprozesse den Dialog und Austausch zwischen Theater und Gesellschaft.

    Angelika Endres

    von Angelika Endres

Anhang

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