Dossier
Corona
Zwei Jahre lang waren die Theater leer oder locker besetzt. Aber auch nach den Pandemiemaßnahmen füllen sich die Säle nur zögerlich. Wie hat sich die Theaterlandschaft durch eine globale Pandemie und den damit einhergegangenen Maßnahmen verändert? Welche neuen Formate, Narrative und Ästhetiken sind aus der Zeit hervorgegangen?

Foto: Liza Pooor via Unsplash
- Open AccessAudioVideo
Access Denied
Nadine McKenzie, Mitbegründerin der Unmute Dance Company aus Kapstadt, stellt ihren Videobeitrag „Access Denied“ vor, entstanden während der Pandemie. Während nicht-behinderte Menschen im Lockdown erstmals eingeschränkte Bewegungsfreiheit erlebten, ist das für behinderte Menschen oft Alltag. Das Video zeigt in drei Teilen die Barrieren dreier Personen. Nadines Teil handelt von Gebäuden, die für Rollstuhlfahrer*innen unzugänglich sind. Sie schlägt zwei Übungen vor: über eigene Erfahrungen mit Zugang nachzudenken und auf ihr Gedicht künstlerisch zu antworten.
Where are they, Where have they gone, Where are they hiding, Who have kept them hidden, How many are they, How will they get out, Get out, come out, Kept away, Kept aside, Go that side, There is a ramp, Here, it is not accessible, Access, What is access, The right, the opportunity, to use or benefit from something, Well, that side, not here, Here, it is not accessible, You need to be able, Able, Ability, disability.
— Nadine McKenzie
von Nadine McKenzie
- Open Access
Kuratieren als kritische Praxis
Yvonne Schmidt und Celestina Widmer untersuchen Kuratieren als kritische Praxis anhand von Theaterfestivals während der Covid-19-Pandemie. Ausgehend von der Institutionskritik zeigen sie, wie Kurator*innen durch den pandemiebedingten Stillstand gezwungen waren, Machtstrukturen, Entscheidungsprozesse und Arbeitsbedingungen zu hinterfragen. Anhand von sieben Schweizer und drei internationalen Festivals/Theaterhäusern, basierend auf qualitativen Interviews, analysieren die Autorinnen neue kuratorische Strategien wie geteilte Entscheidungsmacht, Residenzformate und sorgsamere Zusammenarbeit als Versuche institutioneller Transformation.
Kulturinstitutionen wirken einerseits als gegenhegemoniale Instanzen, die künstlerische, politische, soziale und wirtschaftliche Ordnungen und Vorstellungen hinterfragen und umdenken. Andererseits funktionieren sie selbst nicht losgelöst von diesen Logiken.
— Yvonne Schmidt, Celestina Widmer
von Yvonne Schmidt und Celestina Widmer
Open AccessFotostreckeProgrammgestaltung im Ausnahmezustand – eine Bestandsaufnahme
Die Angebotsanalyse – eine standardisierte Beobachtung zur Formatforschung
Angelika Endres stellt ihre empirische Angebotsanalyse vor: ein Kategoriensystem zur Erfassung von Programmformaten deutscher, Schweizer und englischer Theater seit März 2020. Erhoben werden Merkmale wie Beteiligungsgrad (rezeptiv, interaktiv, partizipativ), Ort, Präsentationsmodus und Zugänglichkeit.
Denn gerade anhand der randständigeren Programmangebote zeigt sich, wie Theater ihre Programme diversifizieren. Sie verdeutlichen darüber hinaus, inwiefern sich das Spektrum von medialen, künstlerischen bis hin zu sozialen, gesellschaftspolitischen und legitimatorischen Angeboten erweitert – und damit veranschaulichen sie, wie neu ausgelotet und definiert wird, was Theater alles sein kann.
— Angelika Endres
von Angelika Endres
Foto: Angelika Endres
- TdZ+ Pro
Theater der Welt. Die Welt zu Gast – mit Coronamaske
Zur Entstehung des Festivals 2020/21 in Düsseldorf
von Stefan Schmidtke
Open Access»Konflikte sind voller Aerosole«
Dramatisierungen der Corona-Krise auf deutschsprachigen Bühnen
Foto: Martin Müller
Open AccessAmateur-Experimente als Theorielabor
Corona-Home-Videos, pandemische Medien und die Frage der Distribution – eine unsystematische Intervention in sechs Einstellungen
Foto: public domain (wikimedia commons)
- Open Access
Affektrepertoires der Selbsteuphorisierung
Kleine Anthropologie des gestreamten Konzerts
von Holger Schulze
- Open Access
Zwischen Mythos, Klimakrise und Pandemie
Zur Inszenierung von Alexander Eisenachs Anthropos, Tyrann (Ödipus)
von Stefano Apostolo und Sotera Fornaro
- Open Access
Theaterarbeit als Reproduktionsarbeit
Über spekulatives Fabulieren im pandemischen Theater
von Yana Prinsloo
Kommentar
TdZ+
von Stefan Keim
Spielpläne im Virensturm
Das Schauspielhaus Bochum hat im gesamten März kaum einmal im großen Haus gespielt. Ob Aufführungen an den deutschsprachigen Theatern stattfinden, ist zu einer Art Lotterie geworden. Nicht nur Schauspielhäuser, besonders …
Foto: Birgit Hupfeld
TdZ+Generation Corona?
Schauspielausbildung als Achterbahnfahrt: Berichte aus Wien und Bochum
Foto: Fabian Cabak
TdZ+Quarantäne neben dem Hölderlinturm
Die Pandemie trifft kleine Bühnen in Baden-Württemberg hart: Das ITZ Tübingen, das Studio Theater Stuttgart und das Zimmertheater Rottweil
von Elisabeth Maier
Foto: Hannah Zufall
TdZ+Wie viel Theater ist jetzt möglich?
von Carsten Brosda und Thomas Irmer
Herr Brosda, es gibt in Heidelberg, aber vielleicht nicht nur dort, eine Diskussion um das im vorletzten Jahr gezahlte Kurzarbeitergeld für Angestellte des Theaters. Unterm Strich wurde am Theater Heidelberg …
Foto: Daniel Reinhardt/Senatskanzlei
- TdZ+ Pro
»Das hängt jetzt von uns ab, was wir daraus machen.«
von Hartmut Rosa und Jonas Zipf
Hartmut Rosa und Jonas Zipf »Das hängt jetzt von uns ab, was wir daraus machen« Ein virtueller Osterspaziergang Teil 1 Jonas Zipf: Wenn Du jetzt hier gewesen wärst in Jena, …
- TdZ+ Pro
Kunst der Pandemie – eine Chance?
Von Sinuskurven, Kipppunkten und Zerreißproben
von Jonas Zipf und Bernhard Maaz
- TdZ+ Pro
Wer spricht?
Aleida Assmann und Jonas Zipf Wer spricht? Jonas Zipf: Frau Assmann? Aleida Assmann: Am Apparat, ja. Hallo. Jonas Zipf: Hallo. Hier Jonas Zipf. Schön, dass das klappt. Aleida Assmann: Freut …
von Jonas Zipf und Aleida Assmann
- TdZ+ Pro
Vergessen wir nicht … die Psychoanalyse!
Volkhard Knigge und Jonas Zipf Vergessen wir nicht … die Psychoanalyse! Jonas Zipf: So, die Aufnahme läuft nun. Wir sitzen jetzt im Volksbad. Volkhard Knigge ist zum ersten Mal seit …
von Volkhard Knigge und Jonas Zipf
















