In diesem Stück treten möglichst viele Schauspieler auf. Wir sind ja auch stets viele, zu viele, aber dennoch sind die Human Resources immer knapp, deswegen sehen wir, wie wir zurechtkommen. Vielleicht ist das ja nicht schlecht, wenn niemand nur eine Rolle spielen muss, sondern verschiedene, und das in unterschiedlichen Rahmenbedingungen.
Der Zustand ist wie folgt zu beschreiben: Alles ist weit weg. Also viel zu weit weg. Die Katastrophen, die sich vollziehen, sind immer woanders, auch wenn sie real vor unserer Haustüre stattfinden. Noch immer werden sie Naturkatastrophen genannt. Auch „unser“ Wissen darüber hält sich auf Abstand, als hätte Kausalität ausgesetzt, was solls, ein Überblick ist ohnehin nicht zu bekommen, schon gar nicht im Theater. Wir wissen so viel: Die Tragödie lebt vom Handlungsdruck und der ist gegeben. Die Uhr tickt, und die Dinge sind immer bereits aus dem Rahmen, die Dimensionen stimmen nie, kaum versucht man, Probleme zu benennen, und das menschliche Maß ist aus „uns“ ausgewandert. Unsere Vorstellungskraft ist mit einem Kausaldenken überbeschäftigt, das sie nicht fassen kann. Alleine der Gedanke, als Menschen nun eine geologische Kraft zu sein, aber eben nicht als einzelne, sondern nur als „wir“, als Menschheit, ist einer, der stolpern lässt. Und hier wird gestolpert....