Gespräch
TdZ+Von der Lächerlichkeit kolonialer Gesten und den vielen Versionen der „Häkeldecke“
Sabine Leucht im Gespräch mit Jan-Christoph Gockel und Michael Pietsch
„Wir Schwarzen müssen zusammenhalten“: Mit diesem Satz besiegelte der ehemalige Bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß (CSU) seine unheilige Allianz mit dem togoischen Präsidenten Gnassingbé Eyadéma und verlängerte damit die deutsche Kolonialgeschichte in eine bayerisch-afrikanische Spezlwirtschaft hinein. Die togoische Wurstfabrik des Strauß-Freundes Josef März steht heute noch, ebenso fließt bayerisches Bier auf dem Oktoberfest in Lomé. Der Regisseur Jan-Christoph Gockel hat mit „Wir Schwarzen müssen zusammenhalten – Eine Erwiderung“ (im Folgenden kurz: „Erwiderung“) mit Schauspieler:innen, Musiker:innen, Comics und dokumentarischem Material aus Togo und den Münchner Kammerspielen ein filmtheatrales Mosaik gebastelt, in dem eine zeitreisende Geisterjägerin auf eine lebensechte Strauß-Marionette trifft. Ein Gespräch mit Gockel und dem Schauspieler, Puppenspieler und -bauer Michael Pietsch über kooperative Arbeitsprozesse, Puppen im postkolonialen Kontext und die Rolle der Regie.
von Michael Pietsch, Jan-Christoph Gockel und Sabine Leucht
Erschienen in: double 44: Regie? – Zwischen Autor*innenschaft und Außenblick (11/2021)
Assoziationen: Bayern Afrika Puppen-, Figuren- & Objekttheater Münchner Kammerspiele
















