Theater der Zeit

Anzeige

Thubten Shontshang

teilen:
  • Nina Mühlemann, Yvonne Schmidt und Thubten Shontshang begrüßen zum Symposium, neben ihnen verdolmetscht Sascha Thiemeyer in deutschschweizer Gebärdensprache und das technische Team schaltet die Zoom-Übertragung. Foto: Tina Schück
    Open AccessAudio

    Einleitung

    Die Suche nach verantwortungsvollen und nachhaltigen Formen der Zirkulation von Theater- und Tanzproduktionen stellt eine der drängendsten Herausforderungen der gegenwärtigen Praxis dar. Angesichts der Klimakrise geraten die etablierten Logiken von Produktion, Tournee und internationaler Sichtbarkeit zunehmend unter Druck. Die Frage, wie künstlerische Arbeiten reisen können – oder eben nicht –, wird nicht nur ökologisch, sondern auch sozial, institutionell und ästhetisch verhandelt.

    von Thubten Shontshang, Nina Mühlemann, Celestina Widmer und Yvonne Schmidt

    Foto: Tina Schück

    online lesen
  • Open Access

    Zugänglichkeit: Ein Interview mit Anna Mülter

    Anna Mülter, seit 2021 Leiterin des Festivals Theaterformen, spricht im Interview mit Yvonne Schmidt und Celestina Widmer über Zugänglichkeit im Theater. Sie schildert, wie die Sophiensæle während der Pandemie Künstler*innen bewusst wenig Druck zum Streamen machten. Mülter reflektiert, wie sich kuratorische Praxis durch vermehrte Videoauswahl verändert hat, betont die Bedeutung von Reisen für Nachwuchskünstler*innen außerhalb Europas, vernetzt behinderte Künstler*innen international und fordert mehr sichtbare Teilhabe behinderter Künstler*innen im regulären Festivalprogramm statt nur in Disability-Arts-Nischen.

    Ich mache jetzt meine Proben komplett online, nicht wegen der äußeren Gründe der Pandemie, sondern weil ich es brauche. Weil mein Körper, mein chronisch kranker, behinderter Körper das anders gar nicht leisten kann und das Arbeiten auf diese Weise einfach viel barrierefreier für mich ist.

    Angela Alves

    von Anna Mülter, Celestina Widmer und Thubten Shontshang

    Foto: Isabel Machado Rios

    online lesen
  • Kolorierte Handzeichnung eines Computerbildschirms, der mit einer Maus und einem Drucker verbunden ist. Aus dem Drucker ragt ein Blatt mit Linien und Quadraten.
    Open AccessFotostrecke

    Cartographies of Care: Mapping Micropolitics

    Der Beitrag stellt die Workshop-Anleitung Cartographies of Care: Mapping Micropolitics von Kamran Behrouz und Thubten Shontshang vor. Shontshang zeigt, wie diese Methode auf dem Vorgängerprojekt [mapping roots] aufbaut, das er 2022 mit seiner Schwester Tamara entwickelte. Anhand einer kurzen Geschichte der Kartografie als koloniales Machtinstrument erläutert er, wie Karten Wissen hierarchisieren und marginalisieren. Der Workshop nutzt Kartierung als dekoloniale, körperlich-persönliche Praxis, um abstrakte Theorie zu Micropolitics zugänglich zu machen und kollektiv über Fürsorge innerhalb dominanter Machtstrukturen zu reflektieren.

    Die Methode versteht sich als dekoloniale Praxis, um den oben beschriebenen historischen Prozess des strukturellen Unsichtbarmachens von Wissen und das Unterbinden von Zugängen zu Ressourcen zu unterbrechen. Die Auseinandersetzung über verschiedene Ebenen ist ein Ansatz, Karten nicht als Vereinfachung, sondern als komplexes Gefäß zu verstehen, das individuelles und mehrdimensionales (Erfahrungs-)Wissen zusammenträgt und so die Funktion von Karten als Werkzeug der Reduktion und Kontrolle durch dominante Machtpositionen umdreht.

    Thubten Shontshang

    von Thubten Shontshang

    Foto: Luciano Stettler, 2025

    online lesen
  • Ein Ganzkörperfoto von Remo Beuggert, einem weißen Mann mit Behinderung. Remo steht in einem hell erleuchteten Gang. Hinter ihm sind verschiedene Türen, teils offen, teils geschlossen. Remos Kopf ist leicht zur Seite geneigt und er schmunzelt. Seine Hände hat er in seine Hosentaschen gesteckt. Er hat graues gewelltes kurzes Haar und trägt ein schwarzes T-Shirt mit einem großen bunten Drachenaufdruck sowie schwarze Hosen und Sandalen. Foto: Ona Pinkus
    Open Access

    Eine Unterhaltung über das Reisen mit Remo Beuggert in Begleitung von Stephan Stock

    Remo Beuggert schildert Herausforderungen wie Sprachbarrieren, lange Reisen und fehlende Ruhetage, betont aber auch die Freude am Kennenlernen neuer Menschen. Er würde lieber fliegen, reist aus Umweltgründen jedoch meist mit dem Zug und hat gelernt, geduldig zu warten.

    Es gab eigentlich mehrere Reisen, die ich gerne gemacht habe. Aber die Number one wäre wohl die nach Amerika: New York. Das war das größte Highlight, seit ich beim HORA bin. Das war 2013, im November, mit Disabled Theater.

    Remo Beuggert

    von Stephan Stock, Thubten Shontshang, Nina Mühlemann und Remo Beuggert

    Foto: Ona Pinkus

    online lesen
  • Open Access

    Mobility Justice – who is allowed to travel? A roundtable

    Beim Runden Tisch zu Mobility Justice diskutieren Anna Mülter, Sven Heier, Nadine McKenzie, Saša Asentić und Dalibor Šandor, wer reisen darf und wer nicht. Sie zeigen: Reisen ermöglicht Austausch, Sichtbarkeit und Einkommen, ist aber ungleich verteilt – wegen Geld, Visa, Behinderung oder fehlender Infrastruktur, wie Saša Asentić am Beispiel von Per.Art in Novi Sad erläutert. Anna Mülter und Sven Heier berichten, wie Theaterformen und das Roxy versuchen, Ressourcen gerechter zu verteilen. Nadine McKenzie und Dalibor Šandor betonen zugleich den Wert lokaler Arbeit und digitaler Alternativen seit Corona.

    Sins Invalid’s practice is extremely important because it comes from their struggle for justice. What happens a lot in the performing arts market is that all political practices are being depoliticized.

    Saša Asentić

    von Sven Heier, Anna Mülter, Saša Asentić, Dalibor Šandor, Nadine McKenzie, Thubten Shontshang und Nina Mühlemann

    online lesen

Assoziationen

Neuerscheinungen im Verlag

Theater der Zeit Cover Juni 2026
Theater der Zeit Cover Mai 2026 – Florentina Holzinger

Anzeige