Theater der Zeit

Yvonne Schmidt

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    Ist das noch Theater?

    Der Text diskutiert, wie digitale und hybride Formate sowie die Covid-19-Pandemie das traditionelle Theaterkonzept (Liveness, Kopräsenz, Zusammenkunft) infrage stellen. Behinderte Künstler*innen entwickelten bereits vor der Pandemie alternative Strategien, blieben im Diskurs jedoch oft unbeachtet. Anhand der Beispiele Samara Editions und des Festivals Implantieren wird gezeigt, wie neue, modulare Theaterpraktiken Zugänglichkeit ermöglichen. Die Autorin plädiert für ein erweitertes, inklusiveres Theaterverständnis jenseits simultaner, ephemerer Aufführungen.

    Neu in dieser Diskussion seit der Pandemie ist laut der Theaterwissenschaftlerin Ramona Mosse, dass sich das Verständnis von»Liveness as Co-presence« zu»Liveness as participation« verschoben habe.

    von Yvonne Schmidt

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  • Nina Mühlemann, Yvonne Schmidt und Thubten Shontshang begrüßen zum Symposium, neben ihnen verdolmetscht Sascha Thiemeyer in deutschschweizer Gebärdensprache und das technische Team schaltet die Zoom-Übertragung. Foto: Tina Schück
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    Einleitung

    Die Suche nach verantwortungsvollen und nachhaltigen Formen der Zirkulation von Theater- und Tanzproduktionen stellt eine der drängendsten Herausforderungen der gegenwärtigen Praxis dar. Angesichts der Klimakrise geraten die etablierten Logiken von Produktion, Tournee und internationaler Sichtbarkeit zunehmend unter Druck. Die Frage, wie künstlerische Arbeiten reisen können – oder eben nicht –, wird nicht nur ökologisch, sondern auch sozial, institutionell und ästhetisch verhandelt.

    von Thubten Shontshang, Nina Mühlemann, Celestina Widmer und Yvonne Schmidt

    Foto: Tina Schück

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  • A detailed pastel blue, lavender, and pastel green drawing of Gullibilius on a beige-brown coffee-tinted background. Gullibilius is a creature Kamran Behrouz called into being by mapping their autism. On the right side of its body, Gullibilius has two lavender tentacles emerging and functioning as some sort of legs, studded with suction cups. Next to the tentacles, its two muscular blue legs that have hands instead of feet softly prop its body up. The blue hands as feet belong to a body with a blue, bald human head, eyes and mouth closed, but a third open eye on its forehead. The centre of the body consists of a large brain, in which a sleeping, mint-green cat is nestled alongside a shimmery jellyfish. Next to the brain is a large open eyeball, facing outwards, and on top of that the mentioned blue bald head. All these parts of Gullibilius, the tentacles, brain, legs, etc., are labelled like a diagram. Next to this body of Gullibilius is a small drawing of a blue-winged creature with a bald human head and the body of a bird and with two hands instead of legs, which is Gullibilius’ original form. Next to the tentacles is a small drawing of a white octopus pointing out Gullibilius’ tentacle legs to show where tentacles originate from. The image suggests Gullibilius is a hybrid creature.
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    Translations and Frictions: A written conversation between Kamran Behrouz, Yvonne Schmidt and Nina Mühlemann

    Ein schriftliches Gespräch zwischen Kamran Behrouz, Yvonne Schmidt und Nina Mühlemann über das Stück Creature Comforts von Criptonite. Das Publikum füllte Fragebögen aus und wurde je einer von drei Mini-Performances zugeteilt (Essen, Zungentanz, Video), wobei man die anderen zwei verpasste – das Prinzip „joy of missing out“. Themen sind die Grundidee, Proben-Herausforderungen wie Covid-Ausbrüche und Zeitabläufe, sowie mehrfache Übersetzungen zwischen Gullibilius-Zeichnung, Video, Gebärdensprache und Publikum.

    The base idea was to challenge the notion that an audience perceives a piece of theatre in unison as much as possible, because that is never true – if a group of people attends the same piece, all the experiences will be different. This is particularly true if we take disability into account. So I wanted to create a piece that emphasizes and heightens that idea and also expects from non-disabled audience members some of the same things that are usually only expected from disabled theatregoers – having to declare needs and preferences in advance, having the experience shaped by that advance information, and missing out on other parts of the piece.

    Nina Mühlemann

    von Nina Mühlemann, Yvonne Schmidt und Kamran Behrouz

    Foto: Kamran Behrouz

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    auawirleben Theaterfestival Bern: Interview mit Nicolette Kretz

    Nicolette Kretz leitet seit 2015 das auawirleben Theaterfestival Bern. Im Interview beschreibt sie, wie das Festival während der Pandemie 2020 mit einem Brief-Festival (aua comes your way) reagierte und 2021 mit der aua in a box ein Parallel-Format zum Live-Festival anbot. Sie betont die enge, transparente Zusammenarbeit mit Künstler*innen in dieser Zeit. Seit 2022 setzt das Festival wieder ausschließlich auf Live-Vorstellungen, da Kretz das gemeinschaftliche Erleben vor Ort als zentral für Theater ansieht, auch wenn sie über neue Begriffe für verschiedene Kunstformen nachdenkt.

    Was ich extrem schön fand, vor allem beim Brief-Festival, war die Rückmeldung, irgendwie ein Gefühl von Community gekriegt zu haben, obwohl sie alleine zu Hause saßen.

    Nicolette Kretz

    von Celestina Widmer, Yvonne Schmidt und Nicolette Kretz

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    Kuratieren als kritische Praxis

    Yvonne Schmidt und Celestina Widmer untersuchen Kuratieren als kritische Praxis anhand von Theaterfestivals während der Covid-19-Pandemie. Ausgehend von der Institutionskritik zeigen sie, wie Kurator*innen durch den pandemiebedingten Stillstand gezwungen waren, Machtstrukturen, Entscheidungsprozesse und Arbeitsbedingungen zu hinterfragen. Anhand von sieben Schweizer und drei internationalen Festivals/Theaterhäusern, basierend auf qualitativen Interviews, analysieren die Autorinnen neue kuratorische Strategien wie geteilte Entscheidungsmacht, Residenzformate und sorgsamere Zusammenarbeit als Versuche institutioneller Transformation.

    Kulturinstitutionen wirken einerseits als gegenhegemoniale Instanzen, die künstlerische, politische, soziale und wirtschaftliche Ordnungen und Vorstellungen hinterfragen und umdenken. Andererseits funktionieren sie selbst nicht losgelöst von diesen Logiken.

    Yvonne Schmidt, Celestina Widmer

    von Yvonne Schmidt und Celestina Widmer

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Assoziationen

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