Theater der Zeit

Schauspielhaus Chemnitz

Zwischen Zeiten und Räumen

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Schauspielhaus mit Zuwegung von der Zieschestraße, im Vordergrund die Bronzeskulptur Ringende von Siegfried Krepp, 2023
Schauspielhaus mit Zuwegung von der Zieschestraße, im Vordergrund die Bronzeskulptur Ringende von Siegfried Krepp, 2023Foto: theaterraum. Menting, Fotograf Louis Volkmann

Einleitung

von Annette Menting

1.1. Schauspielhaus Chemnitz Diese Arbeit betrachtet die wechselvolle Geschichte des Schauspielhauses Chemnitz in multiperspektivischer Weise, indem Architektur und theaterkünstlerische Praxis miteinander verbunden werden.1 Sowohl Entwurfsprozesse der Spielorte als auch exemplarische, dort praktizierte Aufführungsweisen aus den letzten fünfzig Jahren werden untersucht. Die Spielorte und Aufführungen entwickelten sich in vielschichtigen, kulturellen und gesellschaftspolitischen Kontexten der DDR-Zeit, den ersten postsozialistischen Dekaden und der Gegenwart, zwischen verschiedenen Zeiten und Räumen. Heute befinden sich Schauspiel und Figurentheater erneut in einer Übergangssituation, da ihr gemeinsames Haus bauliche Veränderungen erfahren soll und die Theater Chemnitz zugleich im Kontext der Kulturhaupt- stadt Europas 2025 stehen. Ein umfassenderes Forschungsprojekt zu „Architektur und Raum für die Aufführungskünste“ bildet den Rahmen dieser Darstellung – insofern sind übergreifende Fragen zum Theater ebenso …

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  • Stadttheater Chemnitz, Architekt Johann Traugott Heinig, 1838
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    Zeit: Geschichte des Schauspielhauses Chemnitz

    Annette Menting schildert die Geschichte des Chemnitzer Schauspielhauses von der Gründung 1838 als Actien-Theater über die Umwandlung zum Stadt-Theater und späteren Städtischen Schauspielhaus bis zur Zerstörung 1945 und dem endgültigen Abriss 1951. Sie zeigt, dass trotz erhaltener Umfassungsmauern kein Wiederaufbau erfolgte, weil stattdessen die Neugestaltung des Stadtzentrums mit Ringstraße Vorrang erhielt. Auch Gerhardt Lohs' Rettungsversuch mit einem Theater-Pavillon scheiterte. Zudem beschreibt Menting die provisorischen Ausweichspielstätten des Schauspiels bis 1976.

    Der Pavillon-Entwurf sah Teile des Schauspielhauses zur Erhaltung vor – wie beispielsweise den Portikus und die ehemalige Kassenhalle, die für Theater-Werbung und -Kartenverkauf umgestaltet werden sollten. So wäre ein Fragment des Schauspielhauses auf dem geplanten grünen Mittelstreifen der Ringstraße erhalten. Lohs stellte sein Konzept gegenüber der Stadtverwaltung jedoch nicht mit seiner Erhaltungsabsicht vor, sondern verwies auf die Bemühungen, mehr Publikum für den Theaterbesuch zu gewinnen und entsprechend Werbung zu machen.

    Annette Menting

    von Annette Menting

    Foto: In: Otto, „Beiträge zur Geschichte der Chemnitzer Theater“, 1951. Restauriert mit KI

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  • Karl-Marx-Stadt, Zentraler Platz mit Stadthalle und Interhotel, Rudolf Weißer und Architekturkollektiv, Modellfoto 1968
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    Entwurfsprozesse und Akteure: Ein Theaterhaus für Karl-Marx-Stadt

    3.1 Neues Theaterhaus in Aufbauplänen und Studien 1956–1980 Noch bevor im Juni 1951 die Theaterruine am Stadtkern zugunsten einer verkehrsorientierten Stadtplanung abgebrochen und die Straße nach Wilhelm Pieck benannt wurde, …

    von Annette Menting

    Foto: In: Rubinow, „Flexibilität des Mehrzwecksaales“, H. 26, 1971, S. 6

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  • links: Beton-Skulptur Würde des Menschen von Gerd Jaeger und Durchbruchplastik aus Betonformsteinen von Hubert Schiefelbein am Großen Saal, 2020 – rechts: Stadthalle und Hotelhochhaus am Stadthallenpark Chemnitz, Zustand 2020
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    Fotografische Erkundungen

    von Louis Volkmann und Juliane Henrich

    4.1 Exkurs: Stadthalle und Interhotel Fotografien von Juliane Henrich (Bild 64–68, 71–74, 76–77) und Louis Volkmann (Bild 69, 70, 75) 4.2 Schauspielhaus Chemnitz Fotografien von Louis Volkmann (Bild 78–84, 89–118) …

    Foto: theaterraum. Menting, Fotografin Juliane Henrich

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  • Topologie Chemnitz 2024: 1 Schauspielhaus – 2 Interimsspielstätte Spinnbau – 3 Opernhaus – 4 Stadthalle – 5 Chemnitzer Kabarett – 6 Kulturhaus Arthur – 7 Kraftwerk e.V. – 8 OFF Bühne Komplex – 9 Küchwaldbühne – 10 Weltecho – 11 Fritz Theater – 12 FRESSTheater
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    Zustandsaufnahme: Kontexte und Raum der Spielstätte

    Annette Menting gibt einen Überblick über die Topologie der Chemnitzer Spielstätten: Stadttheater, Privattheater, freie Szene und temporäre Orte. Sie zeigt die Verdichtung im Stadtzentrum, DDR-Kontinuitäten sowie Neugründungen nach 1990 und den jüngsten Rückgang von Spielstätten. Zudem thematisiert sie die Kulturstrategie 2030 im Zuge der Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025, neue Festivals seit 2015 sowie die Struktur der Städtischen Theater Chemnitz als Fünfspartentheater mit Oper, Philharmonie, Ballett, Schauspiel und Figurentheater samt ihrer Leitungsgeschichte.

    Karl-Marx-Städter Zeiten gehörte das Schauspielhaus zu den profiliertesten und fortschrittlichsten Häusern der DDR

    Städtische Theater Chemnitz

    von Annette Menting

    Foto: theaterraum. Menting

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  • Kulturhauptstadt Europa Chemnitz 2025, Übersichtsplan mit Flagship-Projekten #3000Garagen, Purple Path, Parade der Apfelbäume und Makers, Business & Arts und den Interventionsflächen wie Playhouse/Schauspielhaus aus dem Bid Book II: C the Unseen – European Makers of Democracy, 2020
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    Stadt und Theater: Situation und Perspektiven

    Stefan Schmidtke und Annette Menting skizzieren die kultur- und stadtpolitischen Entwicklungen der letzten zehn Jahre in Chemnitz. Zentrale Bezugspunkte sind die Chemnitz-Strategie, die Kulturstrategie Kultur Raum geben bis 2030 sowie die erfolgreiche Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2025 mit den Bid Books AUFbrüche und C the Unseen. Die Autor:innen zeigen, wie Partizipation, Kultur als Stadtentwicklungsmotor und Investitionsprojekte wie die Sanierung des Schauspielhauses als Interventionsfläche zusammenwirken, eingebettet in Organisationsstrukturen wie Koordinierungsstab und Kulturhauptstadt-GmbH.

    Die Renovierung des Schauspielhauses der Städtischen Theater Chemnitz bietet eine notwendige infrastrukturelle Ertüchtigung der städtischen Aufführungsorte für die Durchführung der Aktion Kulturhauptstadt Europas.

    Stefan Schmidtke

    von Stefan Schmidtke und Annette Menting

    Foto: In: Stadt Chemnitz (Hg.): C the Unseen – European Makers of Democracy, Bid Book II, Chemnitz 2020, S. 145-146 © zebra© | group GmbH

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    Schluss

    Die Darstellung des Schauspielhauses Chemnitz gehört zu den Fallstudien des Forschungsprojektes „Architektur und Raum für die Aufführungskünste“ und ist somit in weiterführende Fragestellungen und Untersuchungen eingebunden. Im Rechercheprozess wurde deutlich, …

    von Annette Menting

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    Dank

    Meinen Dank möchte ich allen aussprechen, die auf verschiedene Weise die Recherchen und die Arbeit zum Schauspielhaus Chemnitz unterstützt haben. Ganz besonderer Dank gilt den Gesprächspartner:innen: Hartwig Albiro, Gundula Hoffmann, …

    von Annette Menting

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