Dossier
Neubau & Sanierung
Form folgt Funktion. Nimmt man diesen Leitsatz aus der Architektur, muss die Funktion der Theatergebäude, die derzeit in Deutschland gebaut oder geplant werden, spektakulär sein. Trotzig und kraftvoll behaupten sich das neue Münchner Volkstheater sowie die Entwürfe für das Volkstheater Rostock und die Bühnen Frankfurt gegen jegliche Corona-Sparkrise. Aber bietet ein Neubau nicht auch die Chance, das Innere der Institution neu zu denken? Welche Theaterräume braucht eine Stadt des 21. Jahrhunderts?

Neubau Volkstheater Rostock/ LageplanFoto: Hascher Jehle Assoziierte GmbH Berlin
TdZ+FotostreckeVon Kulturerbe, Ikonen und Ressourcen
Zu aktuellen und längerfristigen Problemen des Erhalts von Theaterbauten in Deutschland
An vielen Orten besteht Bedarf an der baulichen Transformation von Theaterhäusern – von der Instandsetzung über den Umbau bis zur Ergänzung oder zum Neubau. In einigen Städten gelingen diese komplexen Prozesse, während andere Städte an einer guten Lösung zu scheitern drohen oder im Stillstand verharren – die Ursachen sind so vielfältig wie die verschiedenen Stadtkulturen. Theaterbauten und ihre Transformation sind ein kulturpolitisches und gesellschaftliches Thema wie seit dem Theaterbauboom …
von Annette Menting
Foto: Lacaton & Vassal
TdZ+„Wir bauen an einem Ort der Demokratie“
Der Berliner Architekt Malte Looff und die städtische Koordinatorin Karen Büchner über die Sanierung des Deutschen Nationaltheaters Weimar im Gespräch mit Michael Helbing
Generalsanierung des Deutschen Nationaltheaters Weimar für 167 Millionen Euro von Bund und Land: Erhalt des Bestandsgebäudes statt Neubau, verteilt auf Haupthaus, Redoute und neues Werkstattgebäude. Zwischen Denkmalschutz, Barrierefreiheit, Kostendruck und dem Anspruch, einen demokratischen Ort zu bewahren.
Wir bauen, wie gesagt, einen Ort der Demokratie. Und das ist mein Selbstverständnis: diesen Prozess so demokratieschützend wie möglich zu gestalten und diese Generalsanierung als große Baumaßnahme so in den Griff zu bekommen, dass die Leute nicht den Glauben an den Staat und an die Politik verlieren.
— Karen Büchner
von Malte Looff, Karen Büchner und Michael Helbing
Foto: Stadt Weimar
TdZ+Milliardenprojekt mit ungewisser Zukunft
Heftige Debatten um die Finanzierung der Opernsanierung in Stuttgart, während Mannheim und Karlsruhe ihre Theater sanieren und sich „dritte Orte“ für die Stadtgesellschaft wünschen
Theatersanierungen in Baden-Württemberg: Die Stuttgarter Oper von Max Littmann kämpft mit explodierenden Kosten bis zu zwei Milliarden Euro. Auch Mannheims Nationaltheater und Karlsruhes Staatstheater bauen um – zwischen Denkmalschutz, Kostendruck und dem Ziel städtischer Öffnung.
von Elisabeth Maier
Foto: Maximilian Borchardt
TdZ+Es geht um ein Theater neuen Typs
Das Pina Bausch Zentrum in Wuppertal ist eins der interessantesten Theaterbauprojekte Deutschlands in einer gerade entscheidenden Phase
Das Pina Bausch Zentrum in Wuppertal soll 2031/32 eröffnen: Archiv, Produktionszentrum und „Forum Wupperbogen“ vereint das von Diller Scofidio + Renfro entworfene Haus. Trotz explodierender Kosten von über 160 Millionen Euro steht im September die Ratsentscheidung an.
Ein Ensemble aus 160 Amateuren, 20 Ensemblemitgliedern und 20 Studierenden hat unter der Schwebebahn getanzt. 6000 Menschen haben die Straße bevölkert und keine Autos. Es endete in einem Rave, alles geschah in einer zugleich aufregenden und vollkommen entspannten Stimmung. Das hat ein ganz anderes Bild von Tanz in die Stadt getragen.
— Bettina Milz
von Stefan Keim
Foto: Diller Scofidio + Renfro
TdZ+Geplatzte Träume und umkämpfte Kompromisse
In Nordrhein-Westfalen stehen viele Theater mitten in oder kurz vor der Renovierung
Köln ist durch. Manche haben schon nicht mehr daran geglaubt, aber nun sieht es so aus, dass Oper und Schauspielhaus Ende September wahrhaftig wieder am Offenbachplatz spielen können. Die Sanierung …
von Stefan Keim
Foto: Sanierung Bühnen Köln
TdZ+ ProDas neueste Theater der Welt!
Dieser Superlativ galt im November 2007, als der Neubau in den Sebalder Höfen feierlich enthüllt wurde. Ein eigenes Haus für eine Gruppe aus der freien Szene – mitten in der …
Foto: Marcus Ebener
TdZ+Der kluge Mann baut vor
Eine Neu- und Wiedereröffnung: In Rudolstadt steht jetzt ein Schiller-Theater
von Michael Helbing
Foto: Anke Neugebauer
- TdZ+
„Die Vielfalt ist das Herz der Freien Szene“
Das Kölner Orangerie Theater öffnet nach zwei Jahren Sanierung – 1990 gegründete Zentrum im Volksgarten will zu einem überregional bedeutenden Produktionszentrum werden
von Sarah Youssef und Stefan Keim
Foto: Sarah Youssef
TdZ+ ProRäume für die Zukunft
»Zum Raum wird hier die Zeit«, sagt der Gralsritter Gurnemanz zu Parsifal. Wenn Musik, Gesang, Poesie, bildende Künste, Schauspiel und der Tanz zum Gesamtkunstwerk verschmelzen und die Welt scheinbar aus …
Foto: Daniel Senzek
TdZ+Schwein gehabt
Naumburg: Deutschlands kleinstes Stadttheater erweitert sich im Alten Schlachthof räumlich und konzeptionell
von Michael Helbing
Foto: Till Schuster
Kommentar
TdZ+
von Paul Tischler
Chemnitz und sein Schauspielhaus – ein Trauerspiel der Stadtpolitik
Die Stimmen aus dem Publikum sprechen eine klare Sprache: Das Schauspielhaus Chemnitz ist nicht nur ein Gebäude, sondern ein Ort der persönlichen Erinnerung und der kulturellen Identität. Doch die Stadtpolitik …
Foto: Viviane Wild
Open AccessEntwurfsprozesse und Akteure: Ein Theaterhaus für Karl-Marx-Stadt
3.1 Neues Theaterhaus in Aufbauplänen und Studien 1956–1980 Noch bevor im Juni 1951 die Theaterruine am Stadtkern zugunsten einer verkehrsorientierten Stadtplanung abgebrochen und die Straße nach Wilhelm Pieck benannt wurde, …
von Annette Menting
Foto: In: Rubinow, „Flexibilität des Mehrzwecksaales“, H. 26, 1971, S. 6
TdZ+Die performative Baustelle
Wie die Pritzker-Preis-Architekten Lacaton & Vassal Kampnagel in Hamburg verwandeln
von Peter Helling
Foto: Lacaton & Vassal
TdZ+Neubeginn zur Blauen Stunde
von Michael Helbing
„Was ist das hier?“, fragt eine Frau im ersten, dem etwas jüngeren von zwei Stücken Roland Schimmelpfennigs. „Ist das eine alte Fabrik? Könnte auch eine Art Theater sein. (…) Diese …
Foto: Tanja Schmischa/Mainfranken Theater Würzburg
- TdZ+
Was macht das Theater, Andrea Krauledat?
Im Gespräch mit Stefan Keim
von Stefan Keim und Andrea Krauledat
TdZ+Etikettenschwindel
Das Globe Coburg eröffnet mit Shakespeare, ist aber kein Shakespeare-Theater
von Michael Helbing
Foto: Rainer Brabec
TdZ+„Die Glaswanne darf nie kaltlaufen“
Wie die einstigen Osram-Werke im sächsischen Weißwasser zum Kunstort wurden
von Tom Mustroph
Foto: Tom Mustroph
TdZ+GRIPS 2.0 – Neue Räume für das Kinder- und Jugendtheater
von Annette Menting
Neue Kulturorte für den Hansaplatz und Räume für das Theater Bereits vor sieben Jahren hatten Philipp Harpain, Leiter des GRIPS Theaters seit 2016, und Vertreter:innen des Bürgervereins Hansaviertel, Brigitta Voigt …
Foto: HTWK Leipzig
TdZ+Mönchszellen und Bühnenräume
Die Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund eröffnet ihr neues Gebäude
von Stefan Keim
Foto: Jörn von Soldenhoff/ ARCHITEKTUR.DLX!
















