Theater der Zeit

Anzeige

Theater der Zeit 6/2015

Hasta la vista

Bierbichler, Fiebach, Kuttner, Quiñones, Vanackere. Ein Brennpunkt zur Neubesetzung der Berliner Volksbühne

teilen:

Editorial

Bye-bye Baal. Als Frank Castorfs Version von Bertolt Brechts „Baal“ beim diesjährigen Berliner Theatertreffen letztmals über die Bühne ging (die Brecht-Erbin Barbara Brecht-Schall hatte weitere Aufführungen verbieten lassen), wehte bereits ein Hauch Wehmut durch den Saal. Soll dieses einzigartig intellektuell-sinnliche, anarcho-aufsässige Theater wirklich seine künstlerische Basis verlieren? Der Berliner Senat jedenfalls sagt Ja. Ab 2017 soll der Kurator und derzeitige Leiter der Tate Modern in London Chris Dercon die Volksbühne leiten. Eine Personalentscheidung, die bei vielen für Wut und Empörung sorgte. Wir haben Künstler, Theaterleiter und -denker nach dem Wider, aber auch dem Für dieser Neubesetzung befragt. Ein Brennpunkt mit dem Schnipselvortragskünstler Jürgen Kuttner, dem Theaterwissenschaftler Joachim Fiebach, dem Schauspieler Josef Bierbichler, HAU-Chefin Annemie Vanackere und HAU-Kuratorin Aenne Quiñones. Alles …

Künstlerinsert

Lebende Räume

Der Wiener Choreograf Willi Dorner erkundet die Spannungen zwischen Körper und Architektur – als Rückeroberung der Stadt in Zeiten schrumpfender öffentlicher Orte

von Renate Klett

Thema: Volksbühne Berlin

Foto: Thomas Aurin

Ost-West-Nachzugsgefechte

Der Regisseur Jürgen Kuttner über Frank Castorfs Weltanschauungsfuror – und die ungeheure Anmaßung zu sagen: Jetzt ist Schluss! Ein Gespräch mit Gunnar Decker

von Gunnar Decker

Jürgen Kuttner, ist es nicht merkwürdig, dass es in der gegenwärtigen Volksbühnen-Debatte so scheint, als ob mit der Volksbühne das letzte große Symbol des Ostens geschleift werden soll, aber im …

Foto: Thomas Aurin

Anzeige

Anmerkung

In der teilweise derben Kritik nicht unbedeutender Theatermacher an der Entscheidung des Berliner Senats, eine neue Leitung der Volksbühne ab 2017 einzusetzen, äußert sich wohl recht deutlich der Widerstand gegen …

von Joachim Fiebach

Event(uell)

Es ist nicht übertrieben: Aus dem europäischen Zentrum schwemmen Hasswellen Richtung Peripherie; die ist derzeit Griechenland. So eine Aufsässigkeit gegen sparsames europäisches Haushalten geht gar nicht!, heißt es. Diese deutsche …

von Josef Bierbichler

Kolumne

Soziale Plastik

Im Garten auf Kampnagel haben sie ein Holzhaus gebaut; ein bisschen sieht es aus wie die Rote Flora. Letzten Sommer schon, während des Festivals, nahmen sie dort Flüchtlinge auf, aber …

Protagonisten

Corinna

Wann bin ich Corinna zum ersten Mal begegnet? Ich würde sagen, vor recht kurzer Zeit, gewiss. Aber ich fühle, dass ich ihr auf die beste Weise begegnet bin, vom Zuschauerraum …

von Etel Adnan

Zurück auf Los

Friedrich Schirmer bricht ein Tabu und kehrt dorthin zurück, wo er seine erste Intendanz übernahm: an die Württembergische Landesbühne Esslingen

von Otto Paul Burkhardt

Neuer Realismus

Look Out

Ausland

Frauen am Rande der Mafia

Das italienische Theater entdeckt in den Aussteigerinnen krimineller Clans Bühnenfiguren, die den allmächtigen Strukturen ihres Landes die Stirn bieten

von Tom Mustroph

SCORES – Insert Tanzquartier Wien

Auftritt

Essen: Bei Christen daheim

Schauspiel Essen: „Wir sind die Guten“ von Mark Ravenhill. Regie Hermann Schmidt-Rahmer, Bühne und Video Adrian Ganea, Kostüme Michael Sieberock-Serafimowitsch

von Martin Krumbholz

Anzeige

Anzeige

Ulm: Lasziver Rausch

Theater Ulm: „Die Bakchen (Pussy Riot)“ (UA) von John von Düffel nach Euripides. Regie Andreas von Studnitz, Ausstattung Mona Hapke

von Björn Hayer

stück labor basel

Katja Brunner – Michèle Roten – Wolfram Höll

Geplant war es nicht, vorgegeben schon gar nicht. Trotzdem haben sich die drei diesjährigen Autorinnen und Autoren des Stück Labor Basel, Katja Brunner, Michèle Roten und Wolfram Höll, in ihren …

Anzeige

geister sind auch nur menschen

– 1 – Die Alten sind unter den Lebenden wie die Geister überall. – 2 – Bitte das Leben als ästhetisches, ich meine sinnlich und sonstwie begrüssenswertes Phänomen, zu dem …

von Katja Brunner

Wir sind selig! Oder: Oder

I. ANNA UND ERIC Ein Wohnzimmer: grosser Esstisch mit Platz für acht bis zehn Leute, schönes, altes Holz. Stühle: ein paar Freischwinger, ein paar Eames, der Rest Horgen Glarus. Ein …

von Michèle Roten

Magazin

Alphorn und Akkordeon

Wie die schweizerisch-russische Koproduktion „Alle Vögel sind schon da“ vom historisch Grotesken zum Ernst der politischen Gegenwart kommt

von Thomas Irmer

Luftige Festung

Beim Dance Umbrella Festival in Johannesburg verwirbelt Constanza Macras’ „On Fire“ afrikanische Kulturtraditionen mit deren Zerstörung und Ausverkauf

von Renate Klett

Die Autorenvilla

Während der zwölf Jahre als Intendant am Zürcher Theater Winkelwiese hielt Stephan Roppel an tradierter Autorschaft fest – und hat damit eine neue Generation Schweizer Gegenwartsdramatiker aufgebaut

von Andreas Tobler

Ums gemeinsame Leben betrogen – Björns Stimme, über die eigene Trennung singend, durchwandert im Song "Black Lake" alle Schattierungen tiefer Verletzung. Foto Courtesy of Wellhart and One Little Indian

Medea in New York

Falk Richter über die „Mid-Career Retrospective“ von Björk im New Yorker Museum of Modern Art

von Falk Richter

vielleicht ist der berührendste moment dieser mid-career retrospective diese stille, das schweigen, die nun mittlerweile fünfte generalpause der 14 streicher, das innehalten björks, das atemaussetzen der etwa 800 zuhörer an …

Foto: Courtesy of Wellhart and One Little Indian

Nicht unmöglich genug!

Samuel Beckett: Ein Unglück, das man bis zum Ende verteidigen muß. Briefe 1941–1956. Hg. von George Craig, Martha Dow Fehsenfeld u. a. Suhrkamp Verlag, Berlin 2014, 819 S., 45 EUR.

von Holger Teschke

Im Netz des Schweigens

Katja Brunner: von den beinen zu kurz. Hörspiel. Regie Erik Altorfer, Produktion WDR 2014, Der gesunde Menschenversand GmbH, Luzern 2014, Audio-CD.

von Cathrin Siegler

Jetzt reicht’s!

Urbane Interventionen Istanbul. Learning from Gezi? Hg. von Friedrich von Borries, Moritz Ahlert und Jens-Uwe Fischer. Merve Verlag, Berlin 2014, 208 S., 16 EUR.

von Tom Mustroph

Aktuell: in nachbars garten

Film: Verlorene Generation

Völlig zu Recht hat der norwegische Kameramann Sturla Brandth Grøvlen im Februar den Berlinale-Preis für herausragende technische Leistungen erhalten. Für den Film Victoria brachte er es fertig, fast zweieinhalb Stunden …

von Ralf Schenk

Literatur: Identitätskaleidoskop

In den Kritiken des neuen Romans von Siri Hustvedt trifft man immer wieder auf denselben kritischen Mangel. Nicht wenige Rezensionen verpassen die vielleicht wichtigste Volte des Werks, wenn sie das …

von Katrin Schuster

Musik: Leises Fernweh

Zuletzt hatte sich Sophie Hunger selbst eine längere Auszeit verschrieben. Irgendetwas war aus dem Lot geraten, das merkte die Songschreiberin, wenn sie sich zu Hause in Zürich sonderbar beobachtet vorkam, …

von Ulrike Rechel

Kunst: Gedankenroulette

Die Vorlesungen von Sibyl Moholy-Nagy müssen erstaunlich gewesen sein. Sie holte einen Fisch aus ihrer Lederhandtasche, legte ihn aufs Rednerpult und begann über Bauhausarchitektur zu sprechen. Im Hintergrund liefen auf …

von Ute Müller-Tischler

Gespräch