Theater der Zeit

Theater der Zeit 4/2021

Elektro-Theater

Der virtuelle Raum

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Editorial

Das Theater begeht dieser Tage ein Jubiläum, auf das es liebend gern verzichtet hätte: Genau ein Jahr ist es her, dass die Häuser in den ersten Covid-Lockdown gingen. Seitdem ist der Dreh- und Angelpunkt der Bühnenkunst – die „leibliche Kopräsenz“ von Spielenden und Zuschauenden, wie es im Branchenjargon so schön heißt – ausgehebelt, wenn man das kurze herbstliche Öffnungsintermezzo mal als statistisch irrelevant vernachlässigt. Und natürlich ließe sich jetzt prächtig weiterbarmen. Da der Klagechor aber – als Theater-­Aficionados kennen wir uns da ja aus – eher kathartische als intervenierende Energien freisetzt und an der realpandemischen Lage rein gar nichts zu ändern vermag, wechseln wir versuchsweise mal das Genre: Science-Fiction statt antiker Tragödie, virtuelle statt analoger Bühne lautet das Motto für …

Künstlerinsert

Szenen aus der von Christian Schläffer kreierten VR-Unterwelt aus der Hybridoper „Orfeo ed Euridice“ am Staatstheater Augsburg. Fotos Christian Schläffer

Was ist möglich? Alles!

Das Staatstheater Augsburg erfindet bahnbrechende VR-Theater-Welten – Ein Hausporträt

von Christoph Leibold

Wie stößt man vor in unbekannte Dimensionen? Zum Beispiel in die Unterwelt, aus der noch kein Mensch zurückgekehrt ist, weshalb auch niemand aus eigener Anschauung berichten kann? Literaten hat das …

Foto: Christian Schläffer

Thema

Einübung der eigenen Abwesenheit

Über VR-Theater – Ein Essay

Man darf momentan nicht als Mensch ins Theater gehen. Aber es ist natürlich erlaubt, es als körperlos schwebendes Bewusstsein, das heißt, als Gespenst zu betreten. Dafür benötigt man eine Virtual-Reality-Brille. …

von Clemens J. Setz

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Protagonisten

Ausland

Die Wahl zwischen Buch und Axt

In Kosovo ist mit dem Sieg der links-nationalen Partei Lëvizja Vetëvendosje eine neue Ära angebrochen – Sorgt Theaterliebhaber Albin Kurti nun für ein Ende von Korruption und Cowboy-Politik?

von Jeton Neziraj

Kolumne

Kommt näher

Einmal hab ich mir eine fremde Sprache angeeignet, das Spanische, weil ich mit Menschen in Mexiko und Kolumbien direkt sprechen wollte, ohne aufs Englische auszuweichen. Und weil ich Bolaño im …

Look Out

Fabian Raith. Foto privat

24/7-Theater

Der Berliner Puppenspiel-Absolvent Fabian Raith kreiert Augmented-Reality-Spiele

von Tom Mustroph

Die Pandemie machte Fabian Raith zum Außenraum-Spezialisten. Eigentlich wollte der 33-Jährige ein Projekt mit dem Titel „Baseballschlägerjahre“ für geschlossene Theaterräume ent­wickeln. Es ging darum, mit GANs – besonderen Konfigurationen des …

Foto: privat

Glossar

Jihyun Cecilia Lee in der Hybrid-Oper „Orfeo ed Euridice” unter der Regie von André Bücker am Staatstheater Augsburg. Foto: Jan-Pieter Fuhr

AR? VR? Mozilla Hubs?

Unser Glossar zum Schwerpunkt „Elektro-Theater – Der virtuelle Raum“, erstellt von unserem VR-Experten Tom Mustroph

Sie sind lost in translation, sobald es vom analogen in den virtuellen Raum geht? Kein Problem! Unser alphabetisch geordnetes Glossar leistet Übersetzungshilfe – vom Avatar bis zum VRChat, von der …

Auftritt

Berlin: Auch du!

Volksbühne Berlin: „Anthropos, Tyrann (Ödipus)“ von Alexander Eisenach nach Sophokles. Regie Alexander Eisenach. Konzeptionelle Mitarbeit Frank M. Raddatz (Theater des Anthropozän)

von Sascha Westphal

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Köln: Und übermorgen Hollywood

Schauspiel Köln: „Edward II. – Die Liebe bin ich“ von Ewald Palmetshofer nach Christopher Marlowe. Regie Pınar Karabulut, Bühne Bettina Pommer, Kostüme Teresa Vergho, Video Leon Landsberg

von Martin Krumbholz

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Neuwied: Gestohlenes Leben

Landesbühne Rheinland-Pfalz: „Sophie Scholl. Die letzten Tage“ von Betty Hensel und Fred Breinersdorfer. Regie Volker Maria Engel, Ausstattung Sandra Van Slooten

von Elisabeth Maier

Stück

Jeeps

Figuren Silke Gründerin Maude Hartz-4-Betroffene Gabor Sachbearbeiter Jobcenter Armin Sachbearbeiter Jobcenter Volkmar Musiker, Hartz 4-Schamane Anmerkungen 1. Das Stück spielt auf zwei Zeitebenen. Die Interview-Ebene („Interview“ oder „Publikum“) markiert die …

von Nora Abdel-Maksoud

Magazin

Brechts feministische Ader – Katia Fouquets Trickfilm adaptiert „Die unwürdige Greisin“ als Geschichte weiblichen Empowerments. Illustration Katia Fouquet / Brechtfestival

Ballade über das Verheimlichen weiblicher Autorschaft

Das digitale Brechtfestival 2021 in Augsburg stellt die Frauen in den Vordergrund, die zeitlebens mit Bertolt Brecht gearbeitet haben

von Christoph Leibold

„Ich glaube, dass Du ein wenig betrübt bist, weil auf dem Theater nichts los ist“, schrieb Bertolt Brecht 1933 aus der Schweiz an Helene Weigel. Die Nazis hatten die Macht …

Foto: Illustration Katia Fouquet / Brechtfestival

Stückweise Brecht

Brecht und das Fragment. Hg. von Astrid Oesmann und Matthias Rothe, Verbrecher Verlag, Berlin 2020, 240 S., 22 EUR.

von Erik Zielke

Gespräch