Theater der Zeit

Theater der Zeit 3/2019

Work, Bitch

Die Regisseurin Pınar Karabulut

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Editorial

Nicht nur bei der Berufung neuer Intendanzen und nicht nur wegen wiederholter personeller Fehlentscheidungen wie zuletzt beim Schauspiel Köln läuft die Debatte über Leitungsstrukturen an Theatern fortgesetzt auf Hochtouren: Forderungen nach mehr Transparenz seitens der kulturpolitischen Entscheidungsträger, nach kuratierten Findungskommissionen und der Offenlegung von Kriterien werden laut, gekoppelt an die Empfehlung von Doppelspitzen, Leitungskollektiven, Frauenpower und so weiter. In der Kritik steht das Theater als patriarchales, autoritäres, weißes und hierarchisches System. Dass mit dem DAU-Projekt, welches nach der gescheiterten Realisierung in Berlin seine Weltpremiere jetzt in Paris erlebte, mit dem russischen Regisseur Ilya Khrzhanovsky gerade ein autoritär agierender Künstler und ein Kunstwerk mit autoritären Strukturen so viel Aufmerksamkeit für sich generieren konnten, zeigt, wie wenig geklärt die Frage ist, unter …

Künstlerinsert

Fluchträume träumen

Puppenstuben, aus denen niemand entkommt – die Fluchtkunst des Bühnenbildners, Puppenspielers und Künstlers Joachim Hamster Damm

von Gunnar Decker

thema: italien

„Die drei Musketiere” nach Alexandre Dumas in einer Bearbeitung von Antonio Latella und Federico Bellini, Regie Antonio Latella (Theater Basel 2019). Foto Sandra Then

Altruismus oder Kampf

Wie begegnet Italiens Kulturszene dem budgetären Raubbau, fragt der Intendant der Theaterbiennale in Venedig Antonio Latella

von Antonio Latella

Im Jahr 2018 versprach Italiens neuer Kulturminister Alberto ­Bonisoli von der Fünf-Sterne-Bewegung mehr Geld: für Musik, die ­Theater und ­andere Kulturbereiche. Doch das Gegenteil ist der Fall. Das Haushaltsgesetz für …

Foto: Sandra Then

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Ich klage an!

„fedeli d’Amore“ vom Teatro delle Albe ist ein J’accuse großer Dimension und kulminiert in einem rasenden Rundumschlag gegen Mafia und Politik

von Renate Klett

Immer im Prozess

Das Teatro Elfo Puccini in Mailand schafft seit Jahrzehnten mit Ensemblegeist und langem Atem große Inszenierungszyklen und pflegt seinen Hausgeist Shakespeare

von Peter Kammerer

Lawine der Rache

Starke Bilder und Gegenwartsbezüge – die „Orestea“ der italienischen Künstlergruppe Anagoor am Theater an der Ruhr in Mülheim

von Friederike Felbeck

Protagonisten

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Ein amerikanischer Traum

Wolf E. Rahlfs, neuer Intendant des Theaters der Altmark in Stendal, startet mit Tempo – und fokussiert die Träume und Albträume in Zeiten unheilvoller Ideologisierung

von Gunnar Decker

Vorstadtgeplapper oder die Banalität des Normalen – Heiner Junghans und Alexandra Riemann in „Gute Nachbarn“ von Will Eno in der deutschsprachigen Erstaufführung von Jan Steinbach am Landestheater Detmold. Foto Jochen Quast

Keine Anbiederung, nirgends

Unter neuer Intendanz zeigt sich am Landestheater Detmold auch der neue Schauspielchef Jan Steinbach ambitioniert

von Jens Fischer

Nicht nur die Chefetage ist neu besetzt. 40 der 273 Beschäftigten nehmen frisch engagiert ihre Arbeit auf. Aufbruchseuphorie im ehemaligen Hoftheater des Fürstentums Lippe mitten in Detmold. Im heutigen Landestheater. …

Foto: Jochen Quast

Essener Verhältnisse

Unter der Intendanz von Christian Tombeil stellt das Schauspiel Essen mit partizipativen Projekten und politischen Stoffen den Bildungsauftrag in das Zentrum seiner Arbeit

von Sascha Westphal

Kolumne

Der wilde Hans von Kosovo

Hast du das Stück geschrieben? Ja, ist von mir. Erstaunlich, denn genau so sieht es bei uns aus. Die Werte verfallen, die Künstler verzweifeln. An einem Freitag Ende Januar schneit …

Foto: privat

Look Out

Moderne Zeiten

Das Theaterkollektiv WuK bereichert die freie Szene in Halle mit klugen Inszenierungen über die Katastrophen unserer Welt

von Chris Weinhold

Auftritt

Aarau: Wach bleiben!

Theater Tuchlaube: „Alles wahr – Ein Stück Verschwörungstheorie“ (UA) von Daniel Di Falco. Regie Olivier Keller, Bühne Dominik Steinmann, Kostüme Senta Amacker

von Elisabeth Feller

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Stück Labor – Neue Schweizer Dramatik

Joël László – Anna Papst – Marina Skalova

Eine Verschwörungsgeschichte über den Einsatz von Giftgas, Berichte aus einem Schweizer Gefängnis, ein Roadtrip von Berlin nach Moskau – die Ergebnisse des Stück Labor sind so vielfältig wie seine Autorinnen …

Die Verschwörerin

Figuren Silvia Magnus Karl Magnus Delfi Chor der Interpreten Weitere Rollen: Chorführer Nahostkorrespondent Anwalt Mittelsmann Mutter im Kriegsgebiet Verteidigungsminister Insider Meine Mama führte oft grausige, wenn auch wahre Beispiele aus …

von Joël László

Magazin

Wunderdinge 2.0

Das Laborfestival „Challenge my fantasy – more“ am Theater an der Parkaue Berlin erkundet virtuelle Theaterformen

von Theresa Schütz

Maximales Begehren, maximaler Hass – „Ein Sommernachtstraum“ von Possible World in der Regie von Michaela Caspar. Foto Anton von Heiseler

Gebärden einer Sprache der Liebe

Das inklusive Theaterprojekt Possible World in Berlin arbeitet seit zehn Jahren mit gehörlosen und hörenden Darstellern und entwickelt daraus eine eigenwillig unmittelbare Bühnensprache

von Dorte Lena Eilers

Der eine sagt, ich liebe dich. Die andere peitscht ihm ihren Blumenstrauß ins Gesicht. Die Liebe lässt sich nicht fangen und schon gar nicht erklären. Versuche, sie in Sprache zu …

Foto: Foto Anton von Heiseler

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Geschichten vom Herrn H.: Alle Räder stehen still

Massenhafte Arbeitsverweigerung, wilde Demonstrationen, politische Diskussionen – das könnte den 8. März dieses Jahres prägen. Dann ist bekanntlich der Weltfrauentag, früher auch Frauenkampftag genannt. Diese Bedeutung kehrt nun zurück. In …

von Jakob Hayner

Dokument der Zerrissenheit

Heinrich Breloer: „Brecht“. Gemeinschaftsproduktion der Bavaria Fernsehproduktion mit WDR, BR, SWR, NDR und ARTE für die ARD, Ausstrahlungstermine: 22. März 2019 auf ARTE, 27. März 2019 in der ARD.

von Holger Teschke

23 Mal Schleef

Vor dem Palast. Gespräche über Einar Schleef. Herausgegeben von Corinne Orlowski, Suhrkamp Verlag, Berlin 2019, 370 Seiten, 24 EUR.

von Thomas Irmer

Onwards and no forgetting

The Collected Poems of Bertolt Brecht. Übers. und hrsg. von Tom Kuhn und David Constantine. W.W. Norton & Company, London und New York 2018, 1312 Seiten.

von Erik Zielke

Gespräch