Theater der Zeit

  • Auf dem Foto sieht man eine Menschenansammlung an der großen schweizweiten Behinderten-Demonstration in Bern am 20. Juni 1981. Ein Mann im Hintergrund hält ein Transparent auf dem Schoß. Im Vordergrund des Fotos ist Ursula Eggli. Sie benutzt einen Rollstuhl und hat ein feministisches Symbol auf die Wange gemalt. Neben ihr sitzt die Behindertenaktivistin und Künstlerin Cornelia Nater. Das Foto wurde von der Fotografin und Aktivistin Helga Leibundgut gemacht. Sie war eine Bekannte von Ursula Eggli und Mitglied der Frauenbefreiungsbewegung FBB. (Schweizerisches Sozialarchiv, F 5110-Fc-102)
    Open Access

    Historische Perspektiven auf politisch-künstlerische Praktiken der Disability Culture entlang Ursula Egglis Arbeiten

    von Celestina Widmer

    Celestina Widmer zeichnet anhand der Schweizer Schriftstellerin und Behindertenaktivistin Ursula Eggli (1944–2008) die historische Verwobenheit von künstlerischer Praxis und Aktivismus in der Disability Culture nach. Eggli setzte sich seit den 1970er Jahren für Rechte behinderter und queerer Menschen ein, gründete Vereine und schrieb Bücher, die Ausgrenzung und Gewalt thematisierten, zugleich aber utopische Gegenentwürfe wie das „Freakland“ entwarfen. Widmer verortet Egglis Werk im Kontext transnationaler Bewegungen und plädiert dafür, diese Geschichte des Kampfes nicht zu vergessen.

    Geschichten können doch nie zu Ende sein. Geschichten gehen unendlich weiter, wachsen und wuchern, treiben Blüten und Früchte oder auch Dornen und sie haben ihre Wurzeln in der unermesslichen Fülle der Zeit. Vielleicht dorren sie mal stückweise ab, aber bestimmt entstehen sie neu aus einem unbeachteten Samenkorn und bekommen dann ein wundersames Eigenleben.

    — Ursula Eggli

    Foto: Helga Leibundgut, Schweizerisches Sozialarchiv, F 5110 Fc 102

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Theater in den Regionen

Anstehende PremierenHeute und in den kommenden Wochen — D · A · CH
Alle Premieren
HeuteOh, wie schön ist PanamaKinder- & JugendtheaterPfalztheater Kaiserslautern (Kaiserslautern) · Rheinland-PfalzRegie: Lidia Melnikovanach Janosch
HeuteZu Hause ist es am schönsten, sagt die linke Hand und hielt sich an der Heizung festKinder- & JugendtheaterNavid KermaniSchauburg – Theater für junges Publikum (München) · BayernRegie: Julia Bretschneider · Bühne: Julia BoschMusik: Matthias BernholdDramaturgie: Anne Richter, Thilo GraweBesetzung: Simone Oswald, Annelie Straub
HeuteWOLF - Von Saša Stanišić / SchauspielKinder- & JugendtheaterSaša StanišićTheater der Jungen Welt (Leipzig) · SachsenRegie: Camilla Ferraz · Bühne: Nadine SchumacherBesetzung: Kevin Körber, Moritz Carl Winklmayr
HeuteHänsel und Gretel - das MärchenUAKinder- & JugendtheaterAndreas GruhnTheater Dortmund (Dortmund) · Nordrhein-WestfalenRegie: Andreas Gruhn · Bühne: Oliver Kosteckanach Gebrüder GrimmBesetzung: Sar Adina Scheer (Greta/Gretel), Johanna Weißert (Mutter/Stiefmutter/Hexe/Ente), David Smith (Hans/Hänsel), Thomas Ehrlichmann (Hans/Hänsel), Sonia Glade (Greta/Gretel), Rainer Kleinespel (Vater/Vogel), Andreas Ksienzyk (Vater/Vogel), Bianka Lammert (Mutter/Stiefmutter/Hexe/Ente)
HeuteWalpurgisnacht: Das ErwachenTanzMecklenburgisches Staatstheater Schwerin (Schwerin) · Mecklenburg-VorpommernRegie: Ana Isabel CasquilhoKostüm: Willem HouckMusik: Charles Gounod, David Nigro
Theater-RegionenPremieren und Berichte unserer Korrespondent:innen.
  • Essay

    TdZ+

    Digitales Theater: Erweiterung der Theaterinstitution?

    Thusneldas Runder Tisch #07 – Im Gespräch mit der intermedialen Theatermacher:in Caspar Weimann – Initiator:in des Kollektivs onlinetheater.live und Honorarprofessor:in für Schauspiel an der ADK Baden-Württemberg – über Rituale innerhalb einer Institution, Aufmerksamkeitsökonomie auf Social-Media-Plattformen, künstlerische Praktiken aus der freien Marktwirtschaft und die (noch geringe) institutionelle Förderung von Content Creation.

    von Thusnelda Marín Jungmann

    Foto: Malika Ouis / Stella Butz / Wikipedia Creative Commons / Lina Wölfel

  • Proxemik im Film

    Auch im Film bleibt Proxemik zentral: Der Raum wird relational, entsteht im Zusammenspiel der Darstellenden und prägt Körper, Stimme und Blick. Die Imagination des Publikums bildet einen dritten Referenzpunkt – die Prinzipien der Bühne bleiben, die Mittel ändern sich.

    Die Bühnenausbildung hat uns vielleicht beigebracht, bis in die letzte Reihe zu sprechen – im Film sitzt diese letzte Reihe nun eben direkt im Objektiv. Die Mittel verändern sich, die Prinzipien bleiben. Oder zugespitzt formuliert: Man muss vor der Kamera nicht lauter, aber genauso präzise wissen, wo(hin) man spricht, steht und denkt.

    — Lars-Ole Haag

    Foto: privat

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Empfehlungen aus dem Shop

  • Kolumne

    TdZ+

    Wir gehen rein

    Die neue Spielzeit beginnt, wie Spielzeiten beginnen müssen: mit einem Wort oder einem Satzfragment, groß genug, um über der Stadt zu thronen, offen genug, um jede Premiere darunter zu verwursteln. …

    Foto: Felix Adler

  • Das Wutschwert muss man herausziehen, bevor es weitergeht
Kampnagel goes Thalia Gaußstraße
von Meine Damen und Herren mit Gob Squad
Premiere: 16.10.26
Von und mit: Katharina Bromka, Lis Marie Diehl, Christoph Grothaus, Merle Handzsuj, Melanie Lux, Noa Michalski, Sean Patten, Tom Reinecke, Sarah Thom, Bastian Trost 
Outside Eye: Sina Schröppel, Simon Will
Technische Leitung und Bühnenbild: Henrik Weber 
Kostüm: Janne S. Plutat 
Video: 17 motion - Lutz Auhage, Sebastian Ganser, Frederik Hinze, Iskender Kökçe, Alexander Schwendemann 
Musik: Ensemble, Christoph Grothaus
    TdZ+

    Kampnagel/Thalia Theater Hamburg: Zorn mit Wohlfühlfaktor

    „Das Wutschwert muss man herausziehen, bevor es weitergeht“ von Meine Damen und Herren mit Gob Squad (UA) – Outside Eye Sina Schröppel, Simon Will, Technische Leitung und Bühnenbild Henrik Weber, Kostüm Janne S. Plutat, Video 17 MOTION – Lutz Auhage, Sebastian Ganser, Frederik Hinze, Iskender Kökçe, Alexander Schwendemann, Musik Ensemble, Christoph Grothaus

    von Christoph Leibold

    Foto: Katrin Ribbe

  • Essay

    TdZ+ Pro

    „Sprechen, Sprechen und nochmals Sprechen“

    Sprechtechnik im Wandel

    Sprechen als wandelbares Praxisfeld statt überzeitliches Handwerk: Influencer:innen, „Experten des Alltags“ und inklusive Ensembles stellen die Norm des „schönen Sprechens“ infrage – vom Jessner-Leitsatz von 1925 bis zu Rimini Protokoll.

    Eine Norm des schönen Sprechens ist immer auch ein Filter, der Zwischentöne, stimmliche Färbungen und Ticks abkappt oder ihnen andere Sprechorte zuweist als jene des professionellen Sprechtheaters. Die Sprechnorm funktioniert wie die MP3-Komprimierung von Musik – bestimmte Obertöne fallen weg, der Sound wird clean.

    — Wolf-Dieter Ernst

    von Wolf-Dieter Ernst

  • Open AccessAudioVideo

    Access Denied

    Nadine McKenzie, Mitbegründerin der Unmute Dance Company aus Kapstadt, stellt ihren Videobeitrag „Access Denied“ vor, entstanden während der Pandemie. Während nicht-behinderte Menschen im Lockdown erstmals eingeschränkte Bewegungsfreiheit erlebten, ist das für behinderte Menschen oft Alltag. Das Video zeigt in drei Teilen die Barrieren dreier Personen. Nadines Teil handelt von Gebäuden, die für Rollstuhlfahrer*innen unzugänglich sind. Sie schlägt zwei Übungen vor: über eigene Erfahrungen mit Zugang nachzudenken und auf ihr Gedicht künstlerisch zu antworten.

    Where are they, Where have they gone, Where are they hiding, Who have kept them hidden, How many are they, How will they get out, Get out, come out, Kept away, Kept aside, Go that side, There is a ramp, Here, it is not accessible, Access, What is access, The right, the opportunity, to use or benefit from something, Well, that side, not here, Here, it is not accessible, You need to be able, Able, Ability, disability.

    — Nadine McKenzie

    von Nadine McKenzie

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Neuerscheinungen im Verlag

Cover „Theater überall! 20 Jahre Bundesverband Theater im Öffentlichen Raum“
Theater der Zeit 11/2026
double 54 – Dinge unterwegs
Theater der Zeit 9/2026
Theater der Zeit 9/2026
Theater der Zeit Cover Juni 2026

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